„Good Food Award“ für Bad Nauheimer Start Up

Jedes Mal, wenn sie in einem Restaurant saßen und die Speisekarte lasen, fragten sie sich, warum fast nie Fleisch aus Deutschland auf der Karte stand. Die Küchenchefs antworteten, weil das Fleisch einheimischer Tiere leider meist nicht die Qualität habe, die sie suchten. Das wollten die 27-Jährigen Bad Nauheimer Arlena Homola und Jannick Scheibner ändern und gründeten 2016 den Online-Shop GreenOx. Seit Juli 2019 gibt es ihr Fleischgeschäft auch offline – am Aliceplatz in Bad Nauheim.

Nachhaltig, transparent und regional

Junge Gründer ohne viel Berufserfahrung – nicht wenige haben sie anfangs belächelt. Das Paar hat ihr Vorhaben aber zielgerichtet umgesetzt. Arlena Homola studierte an der Justus-Liebig Universität in Gießen Agrarwissenschaften (Schwerpunkt: Nutztierwissenschaften), Jannick Scheibner Wirtschaftswissenschaften (Schwerpunkt: Volkswirtschaft und Finanzen). Nach dem Bachelorabschluss gründeten sie GreenOx. Der Zuspruch ist da: Ihre „Ox Sticks“, eine Eigenkreation aus 100 Prozent Weiderindfleisch, sind kürzlich von den Zeitschriften „Women´s Health“ und „Men´s Health“ mit dem „Good Food Award“ ausgezeichnet worden. Gelobt wurde von der Jury vor allem das Konzept aus artgerechter Tierhaltung und Zusammenarbeit mit einheimischen Erzeugern.

„Nose-To-Tail“-Konzept

Aus der Wetterau, dem Vogelsberg oder vom Edersee kommt das Fleisch: Weiderind, Obstwiesenlamm, Weideschwein, Freilandhuhn, saisonal auch Wild, das sie im Online-Shop und im Geschäft anbieten. Die Erzeuger kennen sie alle persönlich. Zu Beginn waren es fünf Landwirte, inzwischen sind es über 30, mit denen sie zusammenarbeiten. Das Fleisch stammt ausschließlich von Fleischrassen, die im Herdenverband auf Weiden leben und fast nur Gras und Heu fressen. Mastfuttermittel bekommen die Tiere nicht. In ihrem Geschäft hängen Bilder der Landwirte und auch auf der Homepage gibt es ausführliche Infos, wo die Ware herkommt. Transparenz und Nachhaltigkeit ist wichtig für die Unternehmer, daher gilt bei ihnen auch das „Nose-To-Tail“-Konzept: Von der Nase bis zum Schwanz wird alles vom Tier verarbeitet. Anfangs waren sie fast bei jedem Tier, das zu ihnen in den Verkauf kam, bei der Schlachtung dabei – auch, um zu lernen, wie man es richtig zerlegt.

Im australischen Outback gelernt

Sie sind ein Team, privat sind Arlena Homola und Jannick Scheibner schon seit über zehn Jahren verbunden. Gemeinsam war das Paar in Australien, hat im tiefsten Outback auf einer Rinderfarm gearbeitet und gesehen, wie eine gute Tierhaltung aussieht. Dort haben sie viel über die Rinderzucht gelernt. Sie haben die Tiere zusammengetrieben, sortiert, gewogen, kastriert, gebrandmarkt und waren bei der Schlachtung mit dabei. Berührungsängste haben sie nicht, denn das gehört eben dazu. Mit ihrem Online-Handel möchten die Bad Nauheimer den regionalen Landwirten die Möglichkeit geben, ihr Fleisch deutschlandweit zu verkaufen. Die Erzeuger waren von Beginn an leicht für die Geschäftsidee zu gewinnen. Das Fleisch wird in Kartonagen mit gepressten Strohplatten (das Stroh kann danach noch verwendet werden) verschickt, die Tiefkühlelemente auf Wasserbasis gewährleisten 48 Stunden lang Kühlung.

Grill-Tipp

Anstatt der obligatorischen Bratwürstchen und Steaks empfehlen Homola und Scheibner Lammschulter für einen Grillabend. Die Lammschulter kommt insgesamt eine Stunde auf den Grill. Zunächst sollte sie scharf angebraten werden und dann bei geringer Hitze eine Stunde garen. So wird das Fleisch sehr zart. Und welche Marinade passt dazu? Auch hier wird man im GreenOx gerne beraten, denn im Geschäft stehen nicht nur Fleisch, sondern auch Gewürze und Soßen zum Verkauf.

Weitere Zubereitungstipps und Rezepte finden Sie auch auf www.greenox.de.

Bad Nauheim Blog: StadtGeschmäcker
Autorin: Katharina Wagner


1 Kommentar

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  1. Ursula Bürst
    Sehr geehrte Damen und Herren, wie kann es sein, dass ein Unternehmen mit dem Aushängeschild "green" die Waren, hier Fleisch in teils schwarzer Folie verpackt ?
    Jeder sollte wissen, dass diese Folie NICHT recycle fähig ist.

    Grüne Grüße
    Ursula Bürst