Erinnerungsmale und Kunstobjekte am Wegesrand

Wappen der Grafen von Hanau-Lichtenberg über dem Eingang der Reinhardskirche – Reinhardsstraße14

Unter der Grafenkrone -
oben: die Wappen der Grafschaften Hanau (Sparren), Rieneck (Balken), Zweibrücken (Löwe),
unten: die Wappen der Herrschaften Münzenberg, Lichtenberg (Löwe), Ochsenstein (2 Balken),
Mittelschild: Wappen der Herrschaft Bitsch. (Lichtenberg, Ochsenstein und Bitsch (=Besitz der Grafen von Hanau-Lichtenberg im Elsass).
Das Wappen erinnert an den Grafen Johann Reinhard III. von Hanau-Lichtenberg (1712-36), in dessen Auftrag die Kirche 1732/33 für die lutherische Minderheit im Nauheimer Gebiet errichtet wurde und nach dem sie den Namen Reinhardskirche erhielt. Schon seit 1476 waren die Hanauer Grafen Landesherren von Nauheim. Mit Schwalheim, Rödgen und Dorheim bildete das Söderdorf die nördlichste Exklave der Hanauer Grafschaft, deren Hauptgebiet sich entlang von Main und Kinzig erstreckte. Nach dem Aussterben der Grafenlinie Hanau-Münzenberg fiel ihr Land 1642 an die Nebenlinie Hanau -Lichtenberg, die ihren Namen ihrer Herrschaft über Gebiete in Baden und im Elsass verdankte. Die Hanau-Lichtenberger waren nun von 1642 bis 1736 auch Landesherren von Nauheim.
Nach Nutzung als evangelisch-lutherische Kirche bis 1818 und katholische Gemeindekirche von 1868 bis 1905 ist der Bau seit 1907/08 Russische Orthodoxe Kirche („Russische Kirche“). Im Inneren des Kirchportals erinnern zwei Grabsteine an zwei verdiente Beamte der Nauheimer Saline im 18. Jahrhundert, den Salinenkammerrat Johann Georg Koch und den Oberkammerrat Hilchen, genannt Waitz von Eschen, Schwiegersohn des General-Salinen-Direktors Waitz von Eschen.


Zusammengestellt von der Arbeitsgemeinschaft Geschichte Bad Nauheim
mit Unterstützung der Stadtarchivarin Frau Brigitte Faatz

Foto: Nici Merz (Wetterauer Zeitung)