Nachrichten aus Bad Nauheim

Familiensonntag im Kurpark Bad Nauheim

Siesmayer Jubiläum lädt Jung und Alt dazu ein, einen ganzen Tag im Grünen zu genießen.

Eine Familie spaziert durch den Kurpark in Bad Nauheim

Sie klettern in schwindelerregender Höhe, bis zu 40 Meter nach oben in die Baumkronen, um etwa morsche Äste zu entfernen. Die Baumkletterer des Kur- und Servicebetriebs Bad Nauheim sind ausgebildete Baumpfleger und kümmern sich sowohl oben als auch unten am Boden um die rund 4.000 Bäume in den Parkanlagen der Gesundheitsstadt. Wie sie arbeiten können die Besucher des Kurparks genau beobachten und auch selbst einmal das Klettern unter fachkundiger Leitung üben.

Die Vorführung der Baumkletterer ist nur eine der vielen Aktionen, die das bunte Programm des Familiensonntags bilden, um den 200. Geburtstag von Heinrich Siesmayer zu feiern, der vor 160 Jahren den Park angelegt hat. Der historische Kurpark ist heute noch das „grüne Herz“ Bad Nauheims. Geehrt wird der am 26. April 1817 in Mainz-Mombach geborene Gartenkünstler auf besondere Weise: Bei der Veranstaltung „Siesmayer Sommer“ vom 25. bis 27. August 2017, deren Veranstalter die Stadt Bad Nauheim (Fachdienst Kultur und Sport), die Stadtwerke Bad Nauheim GmbH, der Kur- und Servicebetrieb Bad Nauheim und die Bad Nauheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH sind, wird der Kurpark mit Musik, Kleinkunst und Licht in Szene gesetzt.

Harfenklänge, Neue Kurkonzerte und Drehorgelspiel

Der Familiensonntag ist eine Einladung an Jung und Alt, einen ganzen Tag im Grünen zu genießen. Alle Wiesenflächen sind freigegeben, um mit Freunden Zeit zu verbringen, sich zu entspannen, zu unterhalten und unterhalten zu lassen. Dem Schöpfer des Kurparks hätte dieses gesellige Beisammensein im Park sicher gefallen, wollte er doch einen Ort schaffen, an dem Menschen Erholung finden und Kraft tanken können. Schon 1852 hatte Heinrich Siesmayer eine Vision für die Grün-Gestaltung in Bad Nauheim. Eine Bleistiftskizze im Jahre 1855, die einen für die Zeit sehr modernen Park im Stile eines englischen Landschaftsgarten vorsah, gefiel dem damaligen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. so sehr, dass Siesmayer den Auftrag für die Gestaltung bekam. 1857 machte er sich ans Werk. Dichtes Buschwerk, alter Baumbestand, luftige Freiflächen, idyllische Teiche, botanische Raritäten, geschwungene Wege, die an dichten Wald- und offenen Wiesenflächen vorbeiführen, legte Siesmayer zu einem in sich harmonischen Gesamtkunstwerk an.

„Nur vorwärts, nicht verzagt, nicht viel nach rechts und links gefragt, mit Gott gewagt“ war das Lebensmotto des zielstrebigen, visionären Heinrich Siesmayer, der am Familiensonntag „höchstpersönlich“ durch seinen Park führen wird. Er erläutert die Grundprinzipien seiner Gartengestaltung, erzählt interessante Anekdoten und stellt dabei natürlich auch botanische Raritäten vor. Sich vorstellen wird an diesem Tag auch die Stadtwerke Bad Nauheim GmbH an einem Stand. Besucher können hier Bad Nauheimer Trinkwasser genießen und sich dabei zum Angebot der Stadtwerke beraten lassen. Informativ sind auch die Baumführungen des Kur- und Servicebetriebs, denn im Bad Nauheimer Kurpark sind unzählige Pflanzenarten zu entdecken. Interessierte können bei den Baumführungen mehr über die unterschiedlichen Bäume und Sträucher erfahren. In eine Märchenwelt von Bäumen, Gärten und Wäldern entführen die Besucher die Geschichtenerzählerinnen Rita Mertes und Susanna Wickenbrock, die Erzählungen für Groß und Klein vortragen. Zusätzlich werden die Ohren von magischen Harfenklängen, erzeugt von Dagmar Hoffmann, verwöhnt. Sanfte Klänge ertönen auch ganz in der Nähe der Minigolf-Anlage. Die Neuen Kurkonzerte werden in den Park verlegt, und die gekonnte Darbietung eines kleinen akustischen Ensembles lädt zum Verweilen ein. Auch beim Spazierengehen werden den Besuchern auf den Wegen in dem sonst ruhigen Kurpark verschiedene Melodien begegnen. Drehorgelspieler sind ab dem Morgen rund um die Kurhaus-Wiese unterwegs und unterhalten mit ihrem Spiel.

Gänsefütterung und Bootsverleih am Großen Teich

Die Kombination aus Spiel und Unterhaltung gibt es auf der 18-Bahn-Minigolfanlage im Kurpark. An diesem Tag gilt für Familien ein Sonderpreis. So macht das Einlochen noch mehr Spaß. Auch der Erna-Ente-Treff ist seit vielen Jahren beliebte Anlaufstelle für alle Generationen. Am Familiensonntag kann den ehrenamtlichen Helfern, die sich liebevoll um ihre kleinen Schützlinge kümmern, bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut und natürlich auch Fragen gestellt werden. Immer ein Erlebnis – nicht nur für die Kleinen – ist die Gänsefütterung, bei der die Besucher einiges Interessantes über die gefiederten Tiere erfahren können. Einmal Kapitän zu sein – das wünschen sich nicht nur viele Kinder – im Kurpark ist das möglich. Am Großen Teich können verschiedene Tret- und auch Ruder-Boote ausgeliehen werden. Je nach Geschmack kann der Teich in einem „normalen“ Wassergefährt oder in einer Ente, einem Auto oder einem Schwan erkundet werden. Eine Veranstaltung, die viele Interessierte anziehen wird, ist der Oldtimer-Tag des Lions Clubs im Sprudelhof. Nur wenige Schritte vom Park entfernt werden dort viele historische Wagen zu bestaunen sein. In ausgewählten Autos dürfen Besucher mitfahren, und eine Schau-Werkstatt für Motoren dürfte Oldtimer-Liebhaber ebenso begeistern.

Wer eine Pause vom abwechslungsreichen Programm braucht, kann sich einfach auf einer der grünen Wiesen sonnen oder sich auf einer der berühmten weißen Bänke mit rot-weiß gestreiftem Sonnendach erholen. Falls das mitgebrachte Essen und Trinken beim Picknick ausgeht, kann im CONPARC Hotel, dem Schweizer Milchhäuschen oder Teichhaus eingekehrt werden, die sich für den Sonntag verschiedene kulinarische Angebote einfallen lassen. Der Familiensonntag ist ein schöner Anlass, um mit Verwandtschaft und Freunden in die Gesundheitsstadt zu kommen, aber eigentlich braucht es für Familien, Natur- und Gartenkunst-Freunde, Sportler und Erholungssuchende keinen besonderen Grund, Zeit im 21 Hektar großen Kurpark zu verbringen – Die besondere Atmosphäre des Landschaftsparks ist anziehend genug.

Das sah auch Heinrich Siesmayer so, der seinem Werk zeit seines Lebens wöchentlich einen Besuch abstattete, um sich daran zu erfreuen. Insgesamt kümmerten er und die Firma Gebrüder Siesmayer sich 80 Jahre um den Kurpark. Die stetige Pflege wird auch heute noch fortgeführt – sicherlich auch ein Grund dafür, warum der Landschaftspark zu den beliebtesten Ausflugszielen der Stadt zählt. Bad Nauheims Bürgermeister Armin Häuser lädt die Menschen der Region herzlich zum Familiensonntag nach Bad Nauheim ein: „Wer heute durch die vor 160 Jahren im Stil des englischen Landschaftsgartens gestaltete Anlage flaniert, wird Siesmayers Stolz auf den Kurpark verstehen und teilen. Dies umso mehr, als der denkmalgeschützte Park im Vorfeld der Landesgartenschau 2010 mit hohem finanziellen Aufwand nach historischen Vorlagen saniert wurde. Mit seinem spannungsreichen Wechsel von alten Bäumen und dichtem Buschwerk, luftigen Freiflächen, idyllischen Teichen und botanischen Raritäten, seiner axialen Anbindung an den 60 Jahre später entstandenen Jugendstil-Sprudelhof und dem historischen Teich¬haus als neuen kulinarischen Ruhepunkt, bildet der Siesmayer-Park das grüne Herz unserer Stadt. An diesem Festwochenende würdigen wir sowohl den Park als auch seinen Schöpfer. Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich harmonische, erholsame, unvergessliche Stunden und Tage in Heinrich Siesmayers Vorzeigeobjekt.“

Ein ganzes Wochenende zu Ehren Heinrich Siesmayers

Eine Fackelführung am Freitagabend bildet den Auftakt der Feierlichkeiten von „Siesmayer Sommer im Park“, bei der die Teilnehmer schöne, schaurige, lustige und interessante Geschichten rund um den Kurpark hören werden. Am Samstag wird auf der traditionellen Quellendankfeier der Wiederausbruch des großen Sprudels – er war 1855 für sechs Wochen versiegt – feierlich begangen. Auf eine besondere künstlerische Darbietung können sich die Besucher im Anschluss daran freuen: Das Berliner Theater Anu inszeniert im Kurpark „Ovids Traum“ und erschafft an neun Stationen eine begehbare Traumwelt aus Licht und Klang. In der Produktion, die vom Geschichtenwerk „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid inspiriert ist, geht es um das Thema „Verwandlung“, bei der Personen durch Metamorphose zu Vögeln, Steinen, Bäumen oder Blumen werden. Hunderte brennende Schuhe am Wegesrand weisen den Weg – Kokons, Moskitonetze und eine Schattenwand in und zwischen den Bäumen, Projektoren auf der Wiese. Diese Installationen bilden die verschiedenen Szenen des Theaterstücks, das die Zuschauer den historischen Kurpark aus einem anderen Blickwinkel erleben lässt.

Nähere Informationen gibt es bei der Tourist Information Bad Nauheim, Tel. (06 032) 92 992-0 oder unter www.bad-nauheim.de.