Nachrichten aus Bad Nauheim

Ehrenmahnmal schützen und erhalten

Bürgermeister Klaus Kreß: „Gedenkstätte darf nicht verkommen, sie erinnert uns an einen grausigen Teil der Geschichte, der sich nicht wiederholen darf“

„Unabhängig davon, ob der Soldatenfigur der Kopf abgeschlagen wurde oder ob es sich hier um eine Alterserscheinung handelt, bin ich erschüttert über den Umgang mit unserem Ehrenmahnmal am Fuße des Johannisbergs. In den vergangenen Jahren erreichten uns immer wieder Meldungen von Anwohnern oder Spaziergängern über Zerstörungen und Vermüllungen durch dort in den Nachtstunden feiernde Gruppen. Diese Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken der gefallenen Soldaten der Weltkriege führt zu Unverständnis und kann nicht hingenommen werden“, bringt Bürgermeister Klaus Kreß seinen Unmut zum Ausdruck.

Da das Thema Vandalismus im Rathaus bekannt ist, wurden in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Gedenkstätte zu erhalten. Insgesamt wurden dafür rund 34.000 Euro investiert. So wurden 2014 die Treppenanlage und der Vorbereich des Ehrenmahnmals saniert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Um Vandalismus vorzubeugen, wurde im selben Jahr entschieden, die Anlage nachts zu beleuchten, um eine bessere Sichtbarkeit des Areals zu erreichen. Die Beleuchtung wurde 2015 installiert. Derzeit ist sie defekt, da die Pollerleuchten, die der Anstrahlung dienen, wieder einmal beschädigt wurden. Sie werden aber aktuell instandgesetzt.

„Das Bild, das sich aktuell bietet, erfordert unser Handeln und weiter reichende Maßnahmen. Die Einzelteile des zerstörten Figurenkopfes wurden gesichert und werden zurzeit auf die Möglichkeit der Rekonstruktion überprüft. Hierzu haben wir mit einem Steinmetz bereits Kontakt aufgenommen“, sagt Jürgen Patscha, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung.

„Zurzeit wird ebenfalls geprüft, ob eine Sicherung des Denkmals über eine Zaunanlage im Bereich der Treppe des Podestes möglich ist. Hierzu laufen gerade Abstimmungsgespräche mit Metallbaufirmen“, so Kreß und Patscha übereinstimmend.

Künftig soll eine Verbesserung auch erreicht werden, indem das Areal im Hinblick auf Abfall und Grün regelmäßiger gepflegt wird. Durch intensive Kontrollen der Hilfspolizei soll zudem ein Abschreckungseffekt erzielt werden. Rathauschef Klaus Kreß bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die Beobachtungen im Hinblick auf Vandalismus machen, diese der Stadtverwaltung oder der Polizei zu melden.