Nachrichten aus Bad Nauheim

Schlaglochpiste ist Geschichte

Sanierung des Ernst-Ludwig-Rings ist abgeschlossen – Verkehr rollt seit Mittwoch

Schlaglochpiste ist Geschichte | Die Gesundheitsstadt

Die Straßen- und Kanalsanierungsarbeiten im Ernst-Ludwig-Ring zwischen der Karlstraße und der Kreuzung Zanderstraße/Eleonorenring wurden in dieser Woche fertig gestellt. Bürgermeister Klaus Kreß hat sich am Mittwoch zusammen mit Erstem Stadtrat und Ordnungsdezernent Peter Krank, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Jürgen Patscha und Fachdienstleiter Tiefbau und Verkehrsplanung Manfred Gründer ein Bild von der erneuerten Straße gemacht und diese für den Verkehr freigegeben.

Der schadhafte Straßenbelag, der über die Jahre immer wieder provisorisch geflickt werden musste und die marode Kanalisation standen schon länger auf der städtischen Sanierungsagenda. „Wegen der Unsicherheit über die Zukunft der Straßenbeiträge haben wir die Maßnahme aber mehrfach verschoben, um die Anwohner vor drohenden Straßenbeiträgen zu schützen, zu deren Heranziehung wir durch das Land Hessen verpflichtet wurden. Im vergangenen April mussten wir aber schließlich mit der Sanierung beginnen, um einen erheblichen Landeszuschuss nicht verstreichen zu lassen. Zum Glück zeichnete sich zu dieser Zeit bereits ab, dass der Hessische Landtag aus der Straßenbeitragspflicht eine Kann-Bestimmung machen würde. Nach diesem Beschluss haben wir die städtische Straßenbeitragssatzung sofort abgeschafft, damit niemand im Ernst-Ludwig-Ring zahlen muss“, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß die damalige schwierige Situation.

Im April startete die grundhafte Erneuerung, die in drei Sanierungsabschnitte geteilt wurde, um den Kfz-, Fahrrad- und Busverkehr der viel befahrenen Innenstadtstraße optimal umleiten zu können. Begonnen wurde mit dem Teilstück zwischen der Karlstraße und der Kurstraße.

In den Sommerferien folgte der Kreuzungsbereich Zanderstraße/Eleonorenring. Die verkehrsärmere Ferienzeit wurde bewusst für die Erneuerung dieses Knotenpunkts vor den Schulen genutzt. Im Herbst wurde der Abschnitt des Ernst-Ludwig-Rings zwischen der Kurstraße und der Zanderstraße einschließlich der Kreuzung Kurstraße/Ernst-Ludwig-Ring umgebaut.

Die Kanal- und Straßenarbeiten wurden von der Firma Eurovia Verkehrsbau Union GmbH aus Umpferstedt ausgeführt. Die Kanalisation konnte dabei größtenteils im Inlinerverfahren saniert werden. Lediglich vor der Trinkkuranlage und vor dem Postgebäude musste die Straße dafür geöffnet werden. Die Stadtwerke Bad Nauheim haben im Zuge des Straßenumbaus ebenfalls verschiedene Arbeiten durchgeführt. So wurde beispielsweise die Straßenbeleuchtung erneuert oder Versorgungsleitungen angepasst.

Der neue Belag der Gehwege orientiert sich an der Friedrich-, Reinhard-, Haupt- und Kurstraße und wurde mit Betonsteinplatten und Spiegeln aus Natursteinklein- bzw. Mosaikpflaster hergestellt. Die Fußgängerüberwege wurden barrierefrei gestaltet, ebenso die Bushaltestellen, die zusätzlich mit taktilen Leitelementen ausgestattet wurden. Vor den Ampeln wurden so genannte Radwegefurten eingerichtet, separate Markierungen, um die Fahrradfahrer sicher über diese Knotenpunkte zu führen.

Im Ernst-Ludwig-Ring sind nun auch mehr Parkplätze zu finden: Die Anzahl ist von 27 auf 36 gestiegen, wovon 25 als Senkrechtparker am Karlsbrunnenplatz angelegt wurden. Die Stellplätze wurden mit Natursteinpflaster hergestellt und mit Borde gefasst. Davor wurde eine Fußwegeverbindung parallel zum Ernst-Ludwig-Ring hergestellt. Auf der Südseite wird das Parken auf Parkplatzstreifen seitlich zur Fahrbahn ermöglicht. Insgesamt 20 neue Straßenbäume, Feldahorn, wurden gepflanzt.

„Der Karlsbrunnenplatz bleibt in seinem Charakter als Grünfläche unberührt, die wertvollen Bäume in der Grünanlage werden erhalten. Der innere Bereich des Karlsbrunnenplatzes wird durch den Fußweg und neue Heckenpflanzungen von den Parkplätzen abgegrenzt und gleichzeitig zum Ernst-Ludwig-Ring hin geöffnet. Die Höhe der Hecken ermöglicht dabei die soziale Kontrolle des Platzinneren“, erklärt Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Peter Krank.

In den letzten Tagen wurden abschließend im dritten Bauabschnitt die Asphaltdeckschicht aufgebracht, die Beschilderungen installiert und Markierungen aufgetragen. Auch die Möblierung, wie Sitzbänke, Abfallbehälter, Poller und Fahrradständer, wurde aufgestellt.

„Die Baukosten für die gesamte Maßnahme betragen rund 1,86 Millionen Euro. Davon werden etwa 1,7 Millionen Euro von der Stadt und 156.000 Euro von den Stadtwerken getragen. Hessen Mobil stellt Fördermittel in Höhe von 532.000 Euro zur Verfügung. Die Fertigstellung war für Ende November 2018 geplant - das haben wir zeitlich perfekt hinbekommen, genauso haben wir den Kostenplan gehalten“, schließt der Rathauschef.