Sprudelhof Bad Nauheim | © Magistrat

Stadtteile

Bad Nauheim

Die Bad Nauheimer Stadtteile

Seit 1972 gehören Nieder-Mörlen, Rödgen, Schwalheim, Wisselsheim und das Rosendorf Steinfurth zu Bad Nauheim
Nieder-Mörlen

Nieder-Mörlen ist mit rund 5600 Einwohnern der größte Stadtteil der 1972 eingemeindeten Stadtteile. Der früher landwirtschaftlich geprägte Ort hat sich mittlerweile zu einem Wohnort gewandelt. Von den über 50 landwirtschaftlichen Betrieben sind nur noch 3 übriggeblieben.

Die Einwohnerentwicklung durch neue Baugebiete hat dazu geführt, dass Bad Nauheim und sein Stadtteil mittlerweile zusammengewachsen sind. Ein weiteres Baugebiet „Am Hempler“ wird in wenigen Jahren die Einwohnerzahl auf über 6000 wachsen lassen.Nieder-Mörlen konnte 1990 sein 1200jähriges Bestehen feiern. Über seine wechselvolle Geschichte berichtet der Geschichtsverein Nieder-Mörlen in der Festschrift zur 1200-Jahrfeier und in seinen jährlich erscheinenden Berichten zur Ortsgeschichte. Archäologische Grabungen im Baugebiet „Am Hempler“ brachten die Entdeckung, dass bereits vor 7500 Jahren eine bedeutende Siedlung der Bandkeramiker über mehr als 500 Jahre bestand. Die einzigartigen Fundstücke aus der Jungsteinzeit bedürfen wegen des erheblichen Umfangs noch jahrelanger Untersuchung, obgleich bereits einige Veröffentlichungen vorliegen.

Die Vereine des Vereinsrings und die beiden Kirchengemeinden gestalten wesentliche Teile des Stadteillebens. Beide christliche Gemeinden sorgen für ein vielfältiges kirchliches Leben in Nieder-Mörlen.

Bedeutendstes Bauwerk Nieder-Mörlens ist ohne Zweifel die katholische Kirche Maria Himmelfahrt, die ab 1733 im Barockstil erbaut wurde und 1754 eingeweiht wurde. Als stiller Ort der Andacht ist die Usakapelle zu nennen, die 1780 am rechten Usa-Ufer erbaut wurde. Weniger baugeschichtlich, aber in ihrer Funktion bedeutsam ist die 1956/57 erbaute evangelische Christuskirche, da sie in einfacher Gestaltung als Versammlungsort für vielfältige Veranstaltungen der evangelischen Gemeinde über den Gottesdienst hinaus geplant wurde.

Die Erdzeituhr des Geologischen Lehrgartens an der Mehrzweckhalle ermöglicht dem Besucher eine „Zeitreise“ durch die Entwicklungsgeschichte der Erde.

Historischer Rundgang

Ein historischer Rundgang gibt einen Einblick in die Geschichte Nieder-Mörlens. An den Sehenswürdigkeiten befinden sich Tafeln mit Angaben zu deren Geschichte.

Der Historische Rundgang in Nieder-Mörlen
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Rödgen

Der im Osten von Bad Nauheim gelegene Ortsteil Rödgen wird um 1250 erstmals urkundlich erwähnt.

Doch weisen Spuren aus der Vergangenheit auf ein Römerlager, auf das man 1960 beim Bau einer Schule stößt. Münzfunde verweisen auf eine Zeit um ca. 10 v. Chr. Archäologische Grabungen zwischen 1961 und 1966 zeigen, dass das Lager als Nachschubstation und Versorgungslager diente und eine Größe von rund 3,3 ha hatte. Entstanden ist das Dorf Rödgen zu einem viel späteren Zeitpunkt.

Nach heutiger Kenntnis ist um 1200 n. Chr. zwischen Holzberg und Wetter an der derzeitigen Weggabelung Rödger Hauptstraße, Rathausstraße, Brunnenweg eine kleine Siedlung entstanden. Ihr Name tauchte erstmals in einer Urkunde von 1250/1260 auf: „Rode iuxta Swalheim“ (Rödgen nahe Schwalheim). Rödgen bedeutet wohl „kleine Rodungsiedlung“, die anscheinend von Schwalheim ausging.

In der Geschichte des Ortes spiegeln sich Auswanderung, Versuche der Modernisierung und Industrialisierung wider, doch meist in der Form verpasster Gelegenheiten: Der für Rödgen geplante Bahnhof an der Wettertalbahn wurde nicht realisiert (1909), und die moderne „Badeanstalt“ in der Wetter existierte nur von 1905 bis 1909. Kurzlebig waren die Versuche einer Gewerbeansiedlung in den beiden Mühlen: In die Rödger Mühle zog nach 1900 eine Fabrik ein, die chemische Produkte herstellte, während in der Holzmühle eine „Dampf-Wäscherei“ eingerichtet wurde, der eine Mosterei und später ein Metall verarbeitender Betrieb folgten.

Nach dem freiwilligen Zusammenschluss mit Wisselsheim im Jahre 1971 zur neuen Gemeinde Wettertal wurde Rödgen durch die Gebietsreform 1972 ein Stadtteil von Bad Nauheim.

Schwalheim

Von den Gradierbauten IV und V führte früher ein Holzgestänge direkt zum Schwalheimer Rad, mit dessen Hilfe die Sole auf die Gradierbauten gelangte. Das 1748 errichtete Wasserrad ist bis Ende der sechziger Jahre in Betrieb, danach wird das Gestänge abgebaut.

Richtung Dorheim liegt in einer parkartigen Anlage der Schwalheimer Sauerbrunnen, dessen wohlschmeckendes Quellwasser von vielen geschätzt wird. Münzfunde im Brunnen belegen, dass bereits die Römer das Wasser dieser Quelle schätzten. Um 1840 wird hier ein Kurhaus erbaut, welches 1962 abgerissen wird.

Schwalheim verkaufte sein wohlschmeckendes Quellwasser früher in alle Welt, der anfänglich florierende Kurbetrieb scheitert, als im benachbarten Nauheim der Große Sprudel entspringt und damit der Aufstieg Bad Nauheims zum Heilbad beginnt.

Das Brunnenwärterhäuschen war bereits früher ein beliebtes Ausflugslokal. Es wurde vollkommen restauriert und beherbergt nun wieder ein Lokal.

Im Jahr 2017 feierte Schwalheim sein 1200 jähriges Jubiläum.

Steinfurth

Das Rosendorf ist heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. 1868 kehrt Heinrich Schultheis aus England zurück, wo er die Rosenzucht erlernte, und gründet in Steinfurth die erste deutsche Rosenschule.

In dem bis dahin armen Tagelöhnerdorf, dessen Grundbesitz sich großteils im Besitz der Freiherren Löw zu Steinfurth befindet, breitet sich durch Anbau der Rosen der Wohlstand aus. Um die Jahrhundertwende leben bereits 60 Familien vom feldmäßigen Rosenanbau. Anbauziel ist der Verkauf von Rosenpflanzen. Um 1930 existieren über 200 Betriebe die jährlich 15 Mio. Pflanzen in alle Welt verkaufen. Die Entwicklung erreichte 1970 mit 210 Betrieben und einer jährlichen Produktion von bis zu 14 Mio. Pflanzen ihren Höhepunkt. Heute existieren noch 30 Betriebe, die jährlich etwa 4 Mio. Pflanzen anbauen.

Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts feiern die Steinfurther Rosenanbauer die Königin der Blumen in regelmäßigen Ausstellungen und Festen. 1950 wird die erste Steinfurther Rosenkönigin gewählt und der erste Rosenkorso, ein Umzug mit rosengeschmückten Wagen veranstaltet. Das Steinfurther Rosenfest ist geboren. Seit der Eingemeindung Steinfurths 1972 findet das außergewöhnliche Fest alle zwei Jahre statt und lockt zehntausende Besucher in das Rosendorf.

Das 1974 gegründete Rosen- und Heimatmuseum wird 1985 von der Stadt Bad Nauheim übernommen, die das Rosen-Museum zu einem weltweit einzigartigen Spezialmuseum für die Rose ausbaut.

Pünktlich zum Steinfurther Rosenfest 2000 wurde ein Rosenband entlang der Straße und des neu angelegten Rad- und Gehwegs von Bad Nauheim nach Steinfurth eingeweiht, das in den Sommermonaten die Besucher mit zahllosen Blüten und einem betörenden Duft erfreut.

Wisselsheim

Wisselsheim, das „Heim des Wizzo“, ist der kleinste Stadtteil von Bad Nauheim und liegt 2,5 km nordöstlich der Kernstadt.

In der Nähe des Hofguts Löwenthal liegen die Wisselsheimer Salzwiesen mit ihrer seltenen Flora, die 1982 durch das Wirken von Heinrich Oßwald zum Naturschutzgebiet erklärt wurden. Hier gedeihen Salzpflanzen (Halophyten), die man sonst vorwiegend in der Nähe des Meeres findet. Salzwiesen so fern von der Küste sind eine Seltenheit. Im Binnenland treten sie nur dort auf, wo salzhaltiges Wasser bis an die Bodenoberfläche gelangt. Durch die tektonischen Verwerfungen zwischen Taunus und Vogelsberg kann das aus dem salzreichen Gestein des Untergrundes stammende Salzwasser aufsteigen.

Seit dem 16. Jahrhundert befand sich hier eine Salzgewinnungsanlage, das heutige Hofgut war früher die Verwaltung der Saline. 1830 wurde der Salinenbetrieb aufgegeben und Teile der Gradierwerke nach Bad Salzhausen verkauft.

Am 1. Januar 1972 wurde Wisselsheim in die Stadt Bad Nauheim eingemeindet. Sehenswert ist heutzutage auch die 1550 erbaute Wisselsheimer Kirche.

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