Gradierbauten in Bad Nauheim

Wie ein Tag am Meer - eine frische Meeresbrise weht mitten durch Bad Nauheim!

Gradierbauten und Inhalatorium

Die gesundheitsfördernde Wirkung der Quellen stand zunächst nicht im Mittelpunkt der Nutzung des Solewassers in Bad Nauheim.

Die Kelten nutzen ca. 400 v. Chr. die Bad Nauheimer Solequellen zur Gewinnung des kostbaren Rohstoffes Salz. Mithilfe von großen Gradierbecken wurde die Sole durch Verdunstung konzentriert und anschließend im Siedeofen so lange erhitzt bis das Salz vollständig auskristallisierte.

Im 17. Jahrhundert setzte sich die technische Innovation der Gradierbauten bei der Salzgewinnung durch. Das Solewasser floss die bis zu 10 Meter hohen Wände aus Schwarzdornbündeln herab und durch Verdunstungsprozesse in den Gradierbauten wurde der Salzgehalt der Sole kontinuierlich erhöht. Mitte des 18. Jahrhunderts war die Nauheimer Saline eine der modernsten Salzfabriken Europas.

Durch die Erkenntnis, dass die feinen salzhaltigen Tröpfchen, die im Verdunstungsprozess entstehen und durch den Wind verweht werden, einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben, erhielten die fünf verbliebenen Gradierbauten in Bad Nauheim ihre jetzige Bestimmung. Die feinen Salzkristalle  (Aerosole) in der Luft reinigen und befeuchten die Atemwege und lassen angegriffene Schleimhäute abschwellen. Besonders Menschen mit Erkältung, Bronchitis, Asthma oder Allergien profitieren von dieser heilsamen Wirkung.

Noch intensiver lässt sich diese Wirkung im Inhalatorium am Gradierbau I erleben. Mithilfe eines Kompressors wird die Sole in der 40 qm großen Kammer des Inhalatoriums vernebelt. Dadurch gelangen die Aerosole noch besser in die feinsten Verästelungen der Bronchien und sorgen für eine deutliche Verbesserung bei Atemwegserkrankungen.

Keltenpavillon

Zu Zeit der Kelten zählte die Saline in Bad Nauheim zu den größten ihrer Art in Europa. Der archäologische Keltenpavillon am Gradierbau I informiert heute über die Geschichte der Salzgewinnung in Bad Nauheim. Die Rekonstruktion eines keltischen Salzsiedeofens, Text- und Bildtafeln sowie ausgesuchte Repliken keltischer Objekte führen anschaulich die Arbeits- und Lebenswelt der Kelten und die Ausgrabungen der keltischen Saline vor. Von den Ausgrabungsflächen ist heute nicht mehr zu sehen.

Der Gradierbau I mit Inhalatorium und Keltenpavillon ist von April bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3,30 Euro (Tageskurkarte).

Keltisches Salzsieden

Besucher können beim Salzsieden auf keltische Weise an einem elektrisch betriebenen Salzsiedeofen-Nachbau zuschauen. Von April bis Oktober jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag ab 15 Uhr. 

Auswärtstipp

Im Museum „Keltenwelt am Glauberg“ erfahren Sie noch mehr über die Besiedlungsgeschichte der Kelten in der Wetterau.

Gradierbautage

Eine ebenso informative wie gesunde "Atempause" verspricht der Besuch der Gradierbautage vom 9. bis  10. Juli 2016. Nähere Informationen zu den Gradierbautagen und den Schul-Gradierbautagen folgen in Kürze.