Kunsthistorische Ikonostase

Die kunsthistorische Ikonostase in der Reinhardskirche Bad Nauheim gilt als besondere Kostbarkeit. Sie kam im Jahr 1908 als Geschenk vom zentralrussischen Kloster Sarow in die Kurstadt. Das Kloster wurde später geschlossen und die Ikonostase ist eines der einzig noch erhaltenen Stücke daraus. Der russische Heilige Seraphim selbst hat schon davor gebetet. Als er zum Schutzpatron der russisch-orthodoxen Kirche in Bad Nauheim ernannt wurde, kam die wertvolle Ikonostase in die Kurstadt.

Im provinziellen russischen Empire-Stil aus Holz erbaut, ist die Bad Nauheimer Ikonostase in Westeuropa einmalig. Die Sockel imitieren grünen Marmor und in der Mitte befindet sich die sogenannte Königspforte. Die meisten Teile sind aus dem frühen 19. Jahrhundert, jedoch gibt es auch einige Elemente aus dem 18. Jahrhundert. Die elf Meter lange Ikonostase teilt die Kirche in Kirchenraum und den geheiligten Raum des Altares. Während des Gottesdienstes wird die Himmelstür dann geöffnet und die Trennung aufgehoben. Besetzt ist die Ikonostase traditionell mit verschiedenen Ikonen. Neben Christus und der Mutter Gottes sind Szenen aus der Heiligen Schrift und die Heiligen selbst dargestellt.

Besichtigungszeiten:
1. und 3. Sonntag von 15 Uhr bis 17 Uhr
2. und 4. Samstag von 14 Uhr bis 16 Uhr
(Änderungen vorbehalten, bitte Aushang an der Kirche beachten)

Führungen:
2. Dienstag eines Monats um 19 Uhr (1 € pro Person)
Sonderführungstermine für Gruppen auf Anfrage

Zur Reinhardskirche: Die im Jahr 1732/33 erbaute Reinhardskirche ist das älteste Gotteshaus Bad Nauheims. Als lutherische Kirche errichtet war sie von 1868 bis 1905 eine katholische Pfarrkirche. Im Jahr 1907 wurde das Gebäude mit Pfarrhaus an die russisch-orthodoxe Gemeinde verkauft, die das Gotteshaus umbaute und es ein Jahr später neu eröffnete. Ein Grund für diesen Wechsel war unter anderem die wachsende Zahl orthodoxer Kurgäste, meist aus Russland, in Bad Nauheim zu dieser Zeit. Die Zarenfamilie, die selbst zum Kuraufenthalt in das Heilbad kam, war außerdem direkte Verwandtschaft des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen. Ebenfalls sehenswert in der Reinhardskirche sind das große Altarfenster im Jugendstil und der Kronleuchter, der ein Geschenk des Zaren Nikolaus II nach dessen Kuraufenthalt war.

Kontakt

Förderverein Russische Kirche/Reinhardskirche Bad Nauheim e. V.
Brigitta Gebauer
Telefon: +49 (0) 6032 5406