Interdisziplinäre Fachtagung: „Sanieren – Umbauen – Weiterbauen im wertvollen Bestand“

Für Architekten, Ingenieure, Handwerker und Denkmalpfleger

Termin: Samstag, 14. September 2019, 10:00 bis 16:30 Uhr


„Sanieren – Umbauen – Weiterbauen im wertvollen Bestand“, so lautet das Thema der diesjährigen Tagung. Wieder werden verschiedene Beispiele aus Bad Nauheim und anderen Orten vorgestellt. Es handelt sich dabei sowohl um realisierte als auch solche, die sich noch in der Planungsphase befinden. Und wieder werden Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Disziplinen, nämlich Denkmalpfleger, Architekten, Stadtplaner, Tragwerksplaner und Handwerker aus unterschiedlichen Gewerken zu Wort kommen. Eine Interdisziplinarität, die es viel zu selten bei Tagungen gibt.

Eine Besonderheit dieser 2019er Veranstaltung gibt es: wir werden Gelegenheit haben, ein für die Sprudelhof-Anlage wichtiges Objekt gemeinsam zu besichtigen und erläutert zu bekommen, nämlich den Umbau des Balneologischen Instituts für die Nutzung als Musikschule. Es besteht also wieder die Chance, viele fachübergreifende Informationen darüber vermittelt zu bekommen, welche Überlegungen und Abwägungen zur jeweiligen Konzeptfindung geführt haben bzw. führen. Schließlich ist es das Anliegen der Veranstalter, nämlich dem Magistrat der Stadt Bad Nauheim in Kooperation mit der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, der Handwerkskammer Wiesbaden, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, der Ingenieurkammer Hessen und der Propstei Johannesberg gGmbH, die Komplexität der Entscheidungsfindungen auf der Basis überzeugender, fachlich begründeter Argumente zu vermitteln. Gleichzeitig soll deutlich werden, dass es bei Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen im wertvollen Gebäudebestand nicht einfach um falsch oder richtig geht. Vielmehr führt nur ein gemeinsames, interdisziplinäres Vortasten auf der Grundlage einer fundierten Bestandsanalyse zu einer tragfähigen Konzeption. Diesen – manchmal auch anstrengenden und zeitintensiven – Austausch unter den Projektbeteiligten darzustellen, ist ein wesentliches Anliegen dieser Tagung.

Auszugsweise seien einige Referentinnen und Referenten und ihre Vortragsthemen genannt:

  • Prof. Jochem Jourdan, Dipl.-Ing., Architekt und Stadtplaner, Jourdan&Müller PAS, Frankfurt/Main:
    Sanieren, Umbauen, Weiterbauen: ein Werkbericht
  • Manfred Reith, Partner im Architekturbüro Reith Wehner Storch, Fulda:
    Der substanzschonende Umbau des Badehauses II innerhalb des Sprudelhofs
  • Andreas Schmitt, Partner im Architekturbüro BLFP, Friedberg:
    Der aktuelle Stand der Planung für den Neubau der Therme in Bad Nauheim
  • Christian Möller, Dipl.-Ing., Architekt und Michael Peters, Dipl.-Ing., Architekt, beide Architekturbüro Möller, Bad Nauheim und Claus Schmitt, Dipl.-Ing., Bauingenieur, Ingenieurbüro Göbel + Schmitt, Bad Nauheim:
    Besichtigung und Erläuterung des architektonischen und tragwerkplanerischen Konzepts in zwei Gruppen
    Umbau Balneologisches Institut für die Nutzung als Musikschule
  • Lisa Poetschki, Leitung Stabsstelle Stadtentwicklung und Denkmalpflege Baden-Baden:
    Was bedeutet das Thema Kur mit seinen historischen Wurzeln heute für die städtebauliche und hochbauliche Entwicklung von der Kurstadt Baden-Baden? Ein Vorbild für Bad Nauheim?


Planungsstand: Mai 2019, Änderungen vorbehalten


Beispielhaft wird hier ein Projekt im Planungsstadium als „Appetitanreger“ erwähnt, das im Rahmen der interdisziplinären Fachtagung im Vortrag „Der substanzschonende Umbau des Badehauses II innerhalb des Sprudelhofs“ von Manfred Reith vorgestellt werden wird. Textauszug und Bilder stammen aus diesem Vortrag.


Der Sprudelhof als „frühe Wellnessoase“ wurde in den Jahren zwischen 1905 und 1911 auf der Achse zwischen Bahnhof und Johannisberg (Kurpark) auf Initiative des Großherzogs Ernst Ludwig errichtet. Architekt war der Darmstädter Architekt Wilhelm Jost (1874-1944). Durch die stadt- und landschaftsräumliche Einbindung, seine noch in weiten Teilen erhaltene technische Ausrüstung, sowie die durchgehend künstlerisch hochwertige Gestaltung und Ausstattung, gilt die Anlage deutschlandweit als herausragendes Kulturdenkmal. Bedingt durch die Gesundheitsreformen in den vergangenen Jahrzehnten hat der Sprudelhof seine ursprüngliche Funktion weitgehend verloren und hat z.T. zu Leerstand und perspektivlosen Zwischennutzungen geführt. In Verbindung mit der durch die Stadt Bad Nauheim geplanten Therme gelingt es, an die bauzeitliche Nutzung des Badehauses anzuknüpfen. Das Badehaus II wird mit den Nutzungen Sauna, Wellness, Therapie und Kurmittel somit integraler Bestandteil eines zeitgemäßen Thermenangebotes. Die Herausforderungen der bevorstehenden Bauaufgabe bestehen in der technisch, funktionalen Transformation des denkmalgeschützten Bestandes in eine zeitgemäße Thermen- bzw. Wellnessnutzung.

Weitere Informationen und Anmeldung

Tagungsort:
Stiftung Sprudelhof
Tagungs- und Eventraum "Wilhelm Jost"
Ludwigstr. 22, 61231 Bad Nauheim

Teilnahmebetrag:
55 € (inkl. Bewirtung)

Veranstalter:
Der Magistrat der Stadt Bad Nauheim in Kooperation mit Stiftung Sprudelhof Bad Nauheim, Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Handwerkskammer Wiesbaden, Landesamt für Denkmalpflege Hessen und Ingenieurkammer Hessen, Propstei Johannesberg Fortbildung in Denkmalpflege und Altbauerneuerung

Ausführliche Informationen und Anmeldung:
Stadt Bad Nauheim
Fachdienst Kultur und Sport der Stadt Bad Nauheim
Oliver Groß
Tel. (06 032) 343 346
fachtagung@bad-nauheim.de