Nachrichten aus Bad Nauheim

Volkssternwarte: Sanierung abgeschlossen

Grundhafte Erneuerung von Natursteinfassade, historischer Innentreppe, Fenster, Türen und Elektrik

Volkssternwarte: Sanierung abgeschlossen | Die Gesundheitsstadt

Sterne-Gucker dürfen sich freuen: Die Sanierung der Volkssternwarte auf dem Johannisberg ist abgeschlossen. In der rund 8-monatigen Bauphase wurden die Natursteinfassade, verbunden mit Stütz- und Abdichtungsmaßnahmen, instandgesetzt und die Fenster und Türen, die Elektrik sowie die historische Holztreppenanlage im Turminneren saniert.

Im April 2018 wurde der achteckige Turm aus Taunusquarzit und Sandstein für die Bauarbeiten zunächst eingerüstet. Das Einzeldenkmal gehörte einstmals zur im 13. Jahrhundert auf dem Johannisberg errichteten Bergkirche. Nach der Zerstörung der Kirche Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Glockenturm auf rund 20 Meter aufgestockt und als Aussichtsplattform nutzbar gemacht. 1965 wurde die Volkssternwarte eingerichtet, die vom Trägerverein Volkssternwarte Wetterau e.V. betrieben wird.

„Obwohl wir in den letzten Jahren laufend kleinere Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt haben, wurden umfangreichere Arbeiten notwendig, die im Mai 2018 starteten. Zu diesem Zweck wurde die Fassade erstmals mittels einer Kameradrohne beflogen und die vorhandenen Schäden katalogisiert“, erklärt Erster Stadtrat Peter Krank.

Dabei wurde festgestellt, dass Feuchtigkeit durch zahlreiche Risse unterschiedlicher Größe ins Mauerwerk eingedrungen war. Die Verfugung war stark geschädigt und der Verbund des Mauerwerks nicht mehr sichergestellt. Zudem waren in den Sandstein- und Ziegelelementen der Fassade Risse und Ausbrüche vorhanden.

Nach der Freilegung des Bruchsteinmauerwerks wurde dieses neu vermörtelt, Fehlstellen, die vor allem an der Turmspitze zu finden waren, ergänzt und Stützmaßnahmen durchgeführt. Da die Fassade im oberen Drittel aufgrund breiterer Risse instabiler als der untere Rest war, erfolgte eine Verspannung mit Schwerlastseilen.

Neben der Sanierung des Mauerwerks wurde die Dachabdichtung erneuert und der zu knapp bemessene Dachablauf ersetzt. Außerdem wurden die Stufen und das Geländer der hölzernen Wendeltreppe im Turminneren von einem Tischler aufgearbeitet. Da die Treppenanlage teilweise abgesackt war, wurde sie mit einer Holzbalkenkonstruktion gestützt sowie in Teilen überarbeitet. Die Elektrik sowie die Fenster wurden erneuert und einige Türen aufgearbeitet. Die Abdichtung der Turmplattform war bisher nur provisorisch vorgenommen worden. Sie wurde erneuert, indem der darunterliegende Estrich abgetragen, neu aufgebaut und abgedichtet wurde.

Die Arbeiten waren ursprünglich von Mai bis August 2018 geplant. Es kam allerdings zu einer Verzögerung, da das Gewerk für die Holzarbeiten an der Wendeltreppe aufgrund der Abgabe eines einzigen Angebots, das nicht das gewünschte Ergebnis brachte, nochmals ausgeschrieben werden musste. Die Sanierung konnte hierdurch erst im Dezember 2018 abgeschlossen werden. Sämtliche Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Wetteraukreises und dem Trägerverein.

„Die Sternwarte ist ein magischer Ort, nicht nur für Hobbyastronomen. Mehr als 2000 Interessierte, wie beispielsweise Schulklassen, besuchen die Einrichtung jährlich. Das zeigt, wie groß das Interesse ist. In die grundhafte Erneuerung haben wir rund 255.000 Euro investiert, damit der gotische Turm fit für die Zukunft ist. Nun können kleine und große Sterne-Gucker wieder den Nachthimmel mit all seinen Phänomenen beobachten. Ich danke Walter Gröning, stellvertretend für den gesamten Trägerverein der Volkssternwarte, für die gute Zusammenarbeit und die Geduld aufgrund der Verzögerung“, freut sich Peter Krank über den Abschluss der Arbeiten.