Nachrichten aus Bad Nauheim

Umweltpreis für Waldorfschule, NABU und Rudi Nein

Stadt verleiht alle zwei Jahre Preis für Nachhaltigkeitsprojekte

Umweltpreis für Waldorfschule, NABU und Rudi Nein | Die Gesundheitsstadt

Das Bad Nauheimer Stadtparlament hat 2012 die Einrichtung eines Umweltpreises der Stadt Bad Nauheim beschlossen. Seit 2014 wird das beispielgebende Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Schulen und Kitas, Unternehmen und Initiativen für Nachhaltigkeitsprojekte alle zwei Jahre ausgezeichnet.

Der Umweltpreis 2018 wurde am Donnerstagabend (25. Oktober) im Konzertsaal der Trinkkuranlage im Vorfeld zur Stadtverordnetenversammlung von Bürgermeister Klaus Kreß feierlich verliehen. Mit dem ersten Preis, der mit 1000 Euro dotiert ist, wurde die Freie Waldorfschule Wetterau ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte der Naturschutzbund Bad Nauheim, der ein Preisgeld von 250 Euro erhielt. Der dritte Preis, ein Sachpreis, ging an den ehrenamtlichen Umweltschutzbeauftragten Rudi Nein.

Der Rathauschef beglückwünschte die Preisträger, auch im Namen des Magistrates, herzlich und machte deutlich, dass die Auszeichnung mit einem großen Dank für das langjährige, nachhaltige Engagement verbunden sei. In seiner Ansprache betonte er, dass die Entscheidung bezüglich der Belegung der Plätze eins bis drei keine einfache gewesen sei und eine gründliche Diskussion erfordert habe.

„In Zeiten, in denen Vokabeln wie Klima und Umwelt in Gesprächen keine Seltenheit mehr sind, muss jeder bei sich im Kleinen anfangen - so auch wir in unserer Stadt -, um unsere Erde als Lebensraum für uns Menschen zu erhalten. Glücklicherweise gibt es in unserer Gesundheitsstadt eine ganze Anzahl von Initiativen, die teilweise seit Jahrzehnten unermüdlich dahingehend arbeiten. Übergeordnetes Ziel vieler, so auch der Preisträger, ist es, die Landschaft so zu pflegen und zu gestalten, dass sie - bei allen Veränderungen, die der fortlaufende Wandel unserer Gesellschaft notwendigerweise mit sich bringt - auch künftig liebenswert und lebenswert bleibt“, so Kreß.

Die Preisträgerin: Freie Waldorfschule Wetterau
Die Freie Waldorfschule Wetterau bewirtschaftet seit 25 Jahren einen 5000 Quadratmeter großen Schulgarten mit Gewächshaus. Pro Woche erleben 160 Schülerinnen und Schüler der 6., 7. und 8. Klassen im regulären Unterricht zwei Stunden lang den Rhythmus der Jahreszeiten, pflegen verschiedene Gemüse- und Obstarten, Kräuter, Bäume, Sträucher und Blumen. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird das, was im Schulgarten angebaut und geerntet wird, in der Schulküche direkt verwertet. Die Schülerinnen und Schüler erleben den Wertschöpfungsprozess der Lebensmittel hautnah - eine Erfahrung, die die Einstellung gegenüber der Natur und Nahrungsmittelproduktion für das weitere Leben nachhaltig prägen kann.

2. Preis: Naturschutzbund Bad Nauheim
Der NABU Bad Nauheim setzt sich ebenfalls seit Jahrzehnten unter anderem für den Schutz, die Erhaltung und Förderung von Streuobstwiesen ein. Fünf Hektar Streuobstwiesen auf fünf Pflegeflächen mit 470 hochstämmigen Obstbäumen stehen unter seiner Obhut, die Hälfte davon Jungbäume, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten als Ersatz oder zum Lückenschluss gepflanzt worden sind. Elf Obstarten und mehr als 80 überwiegend alte und erhaltenswerte Obstsorten sind dort vertreten. Die jährlichen, mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt durchgeführten Sammelbestellungen für hochstämmige Obstbäume werden ebenso wie andere Aktivitäten des NABU rund um das Thema Streuobst auch gerne von Privatleuten genutzt.

3. Preis: Umweltschutzbeauftragter Rudi Nein
Rudi Nein ist seit über 40 Jahren als Ansprechpartner in Sachen Natur- und Umweltschutz und Bindeglied zwischen Bürgern und Stadtverwaltung das „grüne Gewissen“ Bad Nauheims, seit 1994 in offizieller Funktion als ehrenamtlicher Umweltschutzbeauftragter. Der Wettbewerb „Naturnahe Gärten und begrünte Häuser“, die Aktion „Das offene Gartentor“, die jährliche Pflanzentauschbörse, das Aufstellen von Nestern und Nisthilfen, die Anlage und Pflege der Waldbiotope am Forsthaus und etliche Ausstellungen zeugen von seinem Einsatz.

„Dessen Würdigung liegt mir ganz persönlich am Herzen. Rudi Nein wirkt häufig im Hintergrund, stellt sich nie in den Vordergrund, legt aber mit großer Geduld Mosaikstein für Mosaikstein aneinander für das „grüne“ Erscheinungsbild unserer Stadt“, erläutert der Bürgermeister.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Hahn lobte in seinen Dankesworten die drei Initiativen für ihr nachhaltiges Handeln. Mit dem Umweltpreis könnten vorbildliche Bad Nauheimer Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt werden und gleichzeitig zum Mitmachen und Nachahmen einladen. „Zahlreiche Vereine und Initiativen in Bad Nauheim leisten eine aktive ehrenamtliche Arbeit zur Förderung nachhaltiger Lebensbedingungen, zum Schutz der Natur oder zur Umweltbildung“, sagte Hahn.

Abschließend wünschte sich der Bürgermeister, dass alle Preisträger ihre Projekte mit gewohnter Kraft und Einsatzfreude in die Zukunft fortsetzten.