Nachrichten aus Bad Nauheim

Städtefreundschaft mit argentinischem Colón

Bad Nauheim und Colón in Argentinien unterzeichnen Freundschaftsvereinbarung

Städtefreundschaft mit argentinischem Colón | Die Gesundheitsstadt

Knapp 11.000 Kilometer trennen Bad Nauheim und die argentinische Stadt Colón im Osten des südamerikanischen Landes. Seit vergangenen Donnerstag verbindet sie etwas Besonderes: eine Städtefreundschaft. Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß und der Bürgermeister von Colón Dr. Mariano Rebord unterzeichneten dazu am Fronleichnamsfeiertag eine Urkunde, die die Freundschaft besiegelt. An dem feierlichen Akt im Sitzungssaal des Bad Nauheimer Rathauses nahmen auch der argentinische Botschafter Edgardo Malaroda aus Berlin, Botschaftssekretär Federico Petrecca, stellvertretende Generalkonsulin Mariá Carolina Linares vom argentinischen Generalkonsulat in Frankfurt, Bad Nauheims Erster Stadtrat Peter Krank, Stadtrat Christian Weiße, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit Matthias Wieliki und Kerstin Schneekloth von der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH teil.

Auslöser für das Freundschaftsabkommen war ein Klinikaufenthalt der Mutter von Argentiniens Botschafter Edgardo Malaroda. Sie war nach Bad Nauheim gereist und wurde hier erfolgreich behandelt. Der Botschafter war angetan von der Gesundheitsstadt und erzählte Colóns Bürgermeister Dr. Mariano Rebord davon mit dem Vorschlag, eine Städtefreundschaft einzugehen, da Bad Nauheim und Colón ähnliche Größenverhältnisse und touristische Strukturen haben. Nachdem Botschafter Malaroda den Kontakt zu Rathauschef Klaus Kreß gesucht hatte, wurde das Vorhaben gemeinsam auf den Weg gebracht.

Colón ist Hauptstadt des gleichnamigen Departamento im Osten der argentinischen Provinz Entre Ríos. Die Kleinstadt, in der spanisch gesprochen wird, hat rund 21.000 Einwohner und liegt am westlichen Ufer des Río Uruguay, der ab Colón schiffbar ist. Colón ist ein touristisches Zentrum mit gehobener Hotelstruktur, einem Casino und Campingplätzen. Hinzu kommen Thermalquellen und Wellnessangebote.

Die beiden Orte wollen künftig eine freundschaftliche Beziehung aufbauen und dabei offizielle und bürgerschaftliche Kontakte ausbauen und pflegen. Zudem soll ein Austausch von Fachwissen stattfinden, gemeinsame Veranstaltungen und Begegnungen zur Förderung des gegenseitigen Kennenlernens sollen organisiert werden, insbesondere in den Bereichen Kultur und Bildung, Tourismus und Wirtschaft. Auch der Schüler- und Jugendaustausch soll durch das Fremdsprachenangebot in Schulen und die Verbreitung des Working Holiday Programms gefördert werden. Alle Aktivitäten werden auf freiwilliger Basis geplant und durchgeführt. Den beiden Städten entstehen keine obligatorischen finanziellen Verpflichtungen.

Nach der Unterzeichnung des Freundschaftsabkommens aßen die argentinischen und deutschen Vertreter ganz klassisch Steaks in der Würzstube, die der argentinische Wirt Adolfo Brehm zubereitet hatte. Im Anschluss wurde der Gradierbau I und das Inhalatorium in der Zanderstraße besichtigt sowie der Gradierbaukopf bestiegen. Während des Besuchs des Max-Planck-Instituts erläuterte der geschäfts-führende Direktor Prof. Dr. Dr. Thomas Braun die Arbeit des Instituts für die Herz- und Lungenforschung. Zum Abschluss stand ein Besuch des Johannisbergcafés auf dem Programm, bei dem der Blick über die Stadt den argentinischen Freunden viele Denkmäler und Sehenswürdigkeiten der Stadt offenbarte.

„Der Blick über den Tellerrand ist stets wertvoll und bereichernd. Sicherlich können wir viel voneinander lernen und dabei denke ich nicht nur an Tango und Steaks. Grundlage, dass dieser Austausch nachhaltig gelingen kann, ist ein wertschätzender und vertrauensvoller Umgang auf Augenhöhe und ein freundschaftliches Miteinander. Die Begegnung war so offen und herzlich und von gegenseitiger Sympathie geprägt, so dass eine Freundschaft wachsen kann“, zeigt sich Bürgermeister Klaus Kreß stolz über das Freundschaftsabkommen.

Neben Colón besteht auch mit Kirchschlag in Österreich eine freundschaftliche Verbindung - eine Rosenpartnerschaft. Verschwistert ist Bad Nauheim mit vier Städten: Chaumont in Frankreich, Oostkamp in Belgien, Buxton in England und Bad Langensalza in Thüringen.