Nachrichten aus Bad Nauheim

„Sie hat ein warmes Herz und viel übrig für ihre Mitmenschen“

Dr. Dr. h.c. Manuela Schmid wird Ehrenbürgerin der Stadt Bad Nauheim

„Sie hat ein warmes Herz und viel übrig für ihre Mitmenschen“ | Die Gesundheitsstadt

In festlichem Rahmen und würdevollem Ambiente, auf Wunsch im Beisein von nur einigen, wenigen engen Freunden und Bekannten, wurde am vergangenen Freitag Dr. Dr. h.c. Manuela Schmid im Waldhaus das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bad Nauheim verliehen - die höchste Auszeichnung, die in der Gesundheitsstadt vergeben wird. Nach der städtischen Ehrenordnung kann diese nur an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in außergewöhnlichem Maße um die Stadt verdient gemacht haben.

Bürgermeister Klaus Kreß machte in seiner Laudatio deutlich, dass dies zweifelsohne auf Frau Dr. Schmid zutreffe: „Die Bad Nauheimerin und erfolgreiche Unternehmerin ist seit vielen Jahren Förderin von sozialen und übergreifenden Projekten in unserer Gesundheitsstadt. Frau Dr. Schmid setzt sich seit langem in vielfältiger Weise für die unterschiedlichsten humanitären, karitativen und wissenschaftlichen Zwecke ein. Ein besonderes Anliegen ist ihr dabei das Wohlergehen unserer kleinsten Mitbürger, unserer Kinder. 2016 machte sie uns sprachlos, als sie der Stadt verkündete, das inklusive „Dreigenerationenprojekt“ mit einer Million Euro fördern zu wollen. Sie hat für die Stadtgesellschaft und damit für die Menschen in Bad Nauheim Großes geleistet und tut dies fortwährend. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Bad Nauheim soll unsere tiefe Dankbarkeit für ihr allumfassendes, nachhaltiges Engagement ausdrücken“, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß beeindruckt.

Die Verleihung
Im Anschluss verlieh der Bürgermeister Frau Dr. Schmid feierlich die Ehrenbürgerurkunde, ein knapp ein Meter langes schmuckes Dokument, aufgerollt in einem Köcher und steckte ihr die Ehrenbürgernadel an.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Hahn lobte das Engagement der Preisträgerin. Sie habe niemals den Blick auf Menschen verloren, die mit Handicaps, Krankheiten oder Nöten zu leben hätten. Sie gebe stets großherzig zurück.

Frau Dr. Schmid brachte in ihrer anschließenden Dankesrede ihre Rührung ob der hohen Auszeichnung zum Ausdruck: „Es freut mich daher ganz besonders, dass der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bad Nauheim, mir die Ehrenbürgerschaft zu verleihen, einstimmig getroffen wurde. Auf jeden Fall wird es für mich auch in Zukunft eine von Herzen kommende Verpflichtung zugunsten des Dreigenerationenprojektes und der Sophie Scholl-Schule sein.“ Zudem informierte sie über den Verein Vita e.V. und dessen Suche nach einem passenden Grundstück für den Bau eines Ausbildungszentrums für lebensrettende Assistenz-Hunde für behinderte Menschen. Sie selbst wolle einen finanziellen Beitrag dazu leisten. Sie hoffe auf die Unterstützung der Stadt, denn Bad Nauheim als Gesundheitsstadt würde sich dafür hervorragend anbieten.

Das Dreigenerationenprojekt-…ein Viertel für uns
Hinter dem Bad Nauheimer „Dreigenerationenprojekt“ verbirgt sich die inklusive inhaltliche und bauliche Umgestaltung des Viertels zwischen Friedberger, Blücher-, Kur- und Schwalheimer Straße. Die Projektpartner, das Mütter- und Familienzentrum, die Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft und die Stadt Bad Nauheim, möchten hier den inklusiven Quartiersgedanken in und für Bad Nauheim realisieren. Kein Handicap und keine Einschränkung sollen zur Barriere werden - weder im zwischenmenschlichen Dialog, noch bei gemeinschaftlichen Aktivitäten oder im Alltag.

„Das Quartier umfasst neben der bestehenden Seniorenwohnanlage und dem Müfaz auch die Erika-Pitzer-Begegnungsstätte, die Kinderkrippe «Am Südpark» und die Wohnhäuser der Wohnungsbaugesellschaft in der Kurstraße. Im vergangenen Jahr wurden bereits das Eingangsportal an der Friedberger Straße und in der Kurstraße barrierefrei umgestaltet, damit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Rollatoren problemlos das Areal erreichen können.

Gleichzeitig wurde ein Mehrgenerationengarten angelegt, in dem Senioren und Kinder zusammen kreativ werden können. Ein barrierefreier Zugang zur Erika-Pitzer-Begegnungsstätte durch selbstöffnende Türen wurde kürzlich realisiert. Als nächste Maßnahme werden Bäder in den Seniorenwohnungen der Blücherstraße 23 barrierefrei umgebaut“, erläutert Erster Stadtrat Peter Krank das Projekt und ergänzt: „Ohne die überaus großzügige Spende von Frau Dr. Schmid wäre das Vorhaben nicht realisierbar. Wir sind sehr dankbar, dass Frau Dr. Schmid so viel für Bad Nauheim und seine Bürgerinnen und Bürger übrig hat.“

Weitere Projekte, die Frau Dr. Schmid unterstützt
Dank ihrer großherzigen, finanziellen Unterstützung konnten schon einige Projekte ins Leben gerufen und gefördert werden, so etwa die Betreuungseinrichtung „Kinderparadies“, die nun ein fester Bestandteil des Mütter- und Familienzentrums ist und eine umfangreiche Anschubfinanzierung von Frau Dr. Schmid erhielt.

Auch die Bad Nauheimer Sophie-Scholl-Schule erhält regelmäßig hohe Spenden zur Förderung ihrer inklusiven Arbeit mit behinderten und nichtbehinderten Kindern. Bei der zugunsten der Sophie-Scholl-Schule stattfindenden Charity-Gala wirbt sie darüber hinaus regelmäßig um weitere Unterstützer, die sich für wohltätige Zwecke einbringen.

„Sie hat ein warmes Herz und viel übrig für ihre Mitmenschen. Im Jahr 2005 wurde sie dafür gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehegatten Stephan Schmid mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Ihr Einsatz für Menschen, die häufig sozial benachteiligt sind, ist auch in ihrer Wahlheimat Bad Nauheim außergewöhnlich. Im Januar des letzten Jahres hat die Stadt Bad Nauheim sie für ihr Engagement mit einem Eintrag in das Goldene Buch gewürdigt. Nun folgte in logischer Konsequenz die Verleihung des Ehrenbürgerrechts“, sagt der Rathauschef abschließend.

Ehrenbürger der Stadt Bad Nauheim
Neben Dr. Dr. h.c. Manuela Schmid gibt es derzeit nur einen weiteren Ehrenbürger: Prof. Dr. med. Wolfgang Schaper, der die Auszeichnung 2007 für seine Verdienste um die Erhaltung von Bad Nauheim als Gesundheits- und Forschungsstandort verliehen bekam. 2014 wurde Monik Mlynarski, der trotz seiner entsetzlichen Erlebnisse im Konzentrationslager Buchenwald im Verlauf von fast 70 Jahren eine aktive Jüdische Gemeinde in Bad Nauheim aufgebaut hatte, zum Ehrenbürger ernannt. Der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim verstarb 2016.