Nachrichten aus Bad Nauheim

Kita Christuskirche macht Ferien in der Stadt

Wasserschaden in evangelischer Kindertagesstätte An der Christuskirche macht „Übergangskita“ notwendig - Umzug in Räume des Alten- und Pflegeheims Diakoniewerk Elisabethhaus

Kita Christuskirche macht Ferien in der Stadt | Die Gesundheitsstadt

An der Sodenschmiede 7 in der Kernstadt lautet die neue, übergangsweise Adresse der Kita „An der Christuskirche“, die eigentlich in Nieder-Mörlen zu finden ist. Der Grund für den ungeplanten Umzug ist ein Wasserschaden im Kita-Gebäude. Schon im Dezember war dieser im Küchenbereich aufgetreten, aber zunächst nicht bemerkt worden. Das Wasser breitete sich in den folgenden Wochen unter dem Estrich bis in den Eingangs- und Aufenthaltsbereich aus. Nachdem sich der Kunststoffboden wölbte, wurde das Ausmaß des Schadens sichtbar. Dabei stellte sich heraus, dass der nasse Untergrund nicht einfach trocken gelegt werden kann, sondern großflächige Abbruch- und Baumaßnahmen notwendig sind.

„Wir waren genauso fassungslos über den unerwarteten Schaden wie das Team der Kita um Leiterin Evelin Langensiepen. Natürlich haben wir sofort einen Chemiker und Baubiologen wegen eventueller Schimmelgefahr hinzugezogen. Nach entsprechenden Probenentnahmen und Messungen gab es glücklicherweise «grünes Licht» für eine - zunächst - weitere Nutzung. Damit konnten die Abbruch- und Baumaßnahmen unter Einbeziehung der Elternschaft, des Elternbeirats und des Trägers, dem evangelischen Kindergartenverein Bad Nauheim, bis in die Ferien und damit in die geplante dreiwöchige Schließungszeit der Kita geschoben werden“, erklärt Erster Stadtrat Peter Krank.

Allerdings wurde schnell klar, dass die Maßnahme mindestens mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen würde und währenddessen mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen ist. Der Erste Stadtrat dazu: „Wir haben dann für die längere Zeit des Umbaus mit Hochdruck nach einer Lösung gesucht, was aufgrund der Anzahl der unterzubringenden Kinder, 85 Mädchen und Jungen, keine einfache Aufgabe darstellte. Ziel war, die Umbauphase für die Kinder, Eltern und Erzieherinnen so erträglich wie möglich zu gestalten. In Abstimmung und in Gesprächen mit der Kitaleitung und dem Träger haben wir mehrere Lösungsvarianten für eine Ausweichkita untersucht. Es zeigte sich dabei, dass ein Umzug in die leerstehenden Erdgeschossräume des Alten- und Pflegeheims Diakoniewerk Elisabethhaus die beste und zeitlich am ehesten umsetzbare Lösung darstellte.“

Von dieser überzeugten sich in dieser Woche der Erste Stadtrat, Vorstandsmitglied im ev. Kindergartenverein Karlheinz Hilgert, Einrichtungsleiter des Elisabethhaus Stefan Fuchs, Architekt Steffen Mörler und Volker Buchholz, städtischer Fachdienstleiter Immobilienverwaltung vor Ort. Krank dankte Herrn Fuchs und Herrn Hilgert für die zur Verfügung gestellten Räume, Herrn Mörler für die schnelle Umsetzung der Umbaumaßnahmen und im Besonderen dem Kitateam, dem Elternbeirat und der Elternschaft für das Verständnis und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bei den Räumen handelt es sich um fünf leerstehende Wohnungen, die vom Diakoniewerk für eine künftige Tagespflege angedacht sind. Daher mussten dort einige Umbau- und Renovierungsarbeiten, die Einrichtung von Fluchtwegen sowie sicherheitsspezifische Maßnahmen vorgenommen werden, bevor die vier Ü3-Gruppen und eine U3-Gruppe Anfang August einziehen konnten. Viele Möbel, Einrichtungselemente und Spielsachen wurden aus der Kita mitgenommen, um für die Kinder keine allzu große Umgewöhnung zu erzeugen. Für jede Gruppe wurde ein Zugang zur angrenzenden Grünfläche geschaffen, wo Sandspielbereich, Bobbycars und Outdoorspielsachen zu finden sind.

Das pädagogische Team nutzt die Herausforderung und gleichzeitig neue Situation positiv, um mit den Kindern „Ferien in der Stadt“ zu machen. So werden während der Zeit in der Ausweichkita Einrichtungen besucht, die sonst täglich nicht so einfach zu erreichen sind. Beispielsweise der Wasserspielplatz im Südpark, die Stadtbücherei, die Trinkkuranlage oder die Waldteiche.

„Es ist wirklich ein glücklicher Umstand, dass die Räumlichkeiten im Elisabethhaus zur rechten Zeit leer standen und sich auch von der Fläche und Aufteilung für eine Kita anbieten. Sollten bei der Beseitigung des Wasserschadens keine weiteren Probleme und damit Verzögerungen auftreten, ist mit einem Wiedereinzug gegen Mitte November zu rechnen. Die Kosten für die Herrichtung der Übergangskita, den Umzug und die Sanierung des Gebäudes können wir derzeit noch nicht beziffern, es dürfte sich aber um einen sechsstelligen Betrag handeln, der natürlich nicht im städtischen Haushalt eingeplant war“, schließt Krank.