Nachrichten aus Bad Nauheim

Gute Erfahrungen durch Schülerpraktikum

Julia Rolle und Theresa Barth schnuppern in die Arbeitswelt der Stadt Bad Nauheim - Behinderung muss keine Hürde, sondern eine Chance sein!

Gute Erfahrungen durch Schülerpraktikum | Die Gesundheitsstadt

Praktikumszeit – Gelegenheit für viele Schüler und Arbeitgeber, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Auch die 21-jährige Theresa Barth und die 16-jährige Julia Rolle absolvierten kürzlich ein Schülerpraktikum. Theresa arbeitete in der Kindertagesstätte Am Hochwald in Bad Nauheim, Julia im Kinder- und Jugendbüro des Fachdienstes Soziales und Gesundheit und der Verwaltung der Stadt Bad Nauheim. Ob Theresa und Julia ihre berufliche Zukunft in diesen Bereichen sehen, wissen sie noch nicht. Aber selbst wenn beide sich vorstellen könnten, eine Ausbildung dort zu machen, ist es fraglich, ob sie die Möglichkeit dazu bekommen. Denn Theresa und Julia haben beide eine Behinderung.

Für mehr Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt setzt sich die InkA Wetterau gGmbH ein, die mit der Stadt Bad Nauheim einen Kooperationspartner gefunden hat. „Die Stadt Bad Nauheim war sofort bereit, Menschen mit Behinderung den Einstieg und die Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, freut sich der InkA Wetterau Geschäftsführer Jochen Rolle.

Positive Erfahrungen machte die Kita am Hochwald mit der 21-jährigen Praktikantin Theresa Barth. Anfängliche Bedenken verschwanden und Theresa war schnell Teil des Teams. „Mit ihrer offenen und fröhlichen Art war sie bei den Kindern sehr beliebt. Es gab keinerlei Berührungsängste“, berichtet der Kita-Leiter Christopher Clotz. „Durch die Unterstützung des Kita-Teams konnte Theresa ihren Fähig- und Fertigkeiten bei ihrem mehrwöchigen Praktikum vielseitig einbringen. Es war für alle eine positive Erfahrung “.

Julia Rolle arbeitete sieben Wochen lang im Kinder- und Jugendbüro der Stadt Bad Nauheim. Nicht nur für Julia eine neue Erfahrung. „Julia hat sich durch ihre offene, positive Art sofort in das Team integriert. Sie war eine echte Unterstützung. Wir haben toll zusammengearbeitet“, so Diana Friedrich, Mitarbeiterin im Kinder- und Jugendbüro der Stadt Bad Nauheim. „Anfangs hatten wir Bedenken, aber die waren schnell ausgeräumt.“ Die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros können sich nach diesen Erfahrungen eine dauerhafte Zusammenarbeit mit einem behinderten Menschen sehr gut vorstellen.

„Inklusion weckt Talente, fördert den Teamgeist und stärkt ein Unternehmen“, gibt sich Jochen Rolle überzeugt. Das sieht auch die Stadt Bad Nauheim so. Julia setzte ihr Praktikum wenige Wochen später im Rathaus fort. Hier hatte sie nochmals zwei Wochen Gelegenheit, verschiedene Abteilungen in der Stadtverwaltung kennenzulernen. „Wir waren etwas unsicher, weil wir nicht wussten, in welchem Umfang und mit welchem Anspruch wir Julia Aufgaben übertragen konnten“, sagt Ingrid Gaffrey, Ausbildungsleiterin der Stadt Bad Nauheim. „Ihre aufgeschlossene und herzliche Art machte es uns aber leicht und wir konnten nach kurzer Zeit gut einschätzen, welcher Schwierigkeitsgrad für Julia geeignet war“, ergänzt sie.

Die 16-Jährige übernahm die unterschiedlichsten Aufgaben, beispielsweise Präsente verpacken, die vom Bürgermeister und dem Ersten Stadtrat verschenkt werden, Pressemappen vorbereiteten, Kuvertieren der Briefwahlunterlagen für die Landratsstichwahl oder sie half bei anfallenden Bürotätigkeiten. Julia arbeitete in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Immobilienverwaltung und an der Infotheke im Bürgerbüro.

„Julia war vom ersten bis zum letzten Tag hoch motiviert und erledigte alle übertragenen Arbeiten sehr konzentriert. Vor allem ihr Interesse und ihre Herzlichkeit haben uns wirklich beeindruckt. Klar gab es im Vorfeld einen gewissen Grad an Bedenken, ob wir dieser Aufgabe gewachsen sind und einem behinderten Menschen entsprechen können. Im Fall von Julia war die Sorge jedoch unberechtigt. Ihr Praktikum war eine bereichernde Erfahrung für mich und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Bürgermeister Klaus Kreß abschließend.