Nachrichten aus Bad Nauheim

„Funktionalität und Ästhetik miteinander verbinden“

Bauzaun um die Thermen-Baustelle zeigt sich in lichtem Blau – Abriss möglicherweise schon bis Jahresende abgeschlossen

„Funktionalität und Ästhetik miteinander verbinden“ | Die Gesundheitsstadt

Optisch ansprechend und in Stichworten informativ zeigt sich seit einigen Tagen der Bauzaun rund um die alte Therme, deren Abriss seit März in vollem Gange ist. „Wir sind der Überzeugung, dass sich Funktionalität und Ästhetik auch in ganz alltäglichen Dingen miteinander verbinden lassen“, begründet Bürgermeister Klaus Kreß die Gestaltung des Bauzauns. Statt des üblichen Gitters war es hier notwendig geworden, diesen in geschlossener Bauweise zu errichten, um die Umgebung vor der beim Abbruch entstehenden Staubbelastung zu schützen.

Anstelle des nüchternen Hellbrauns der Spanplatten erfreut nun eine Bespannung in lichtem Blau das Auge des Betrachters. Bilder zeigen Bauleute, die entschlossen, „die Ärmel hochkrempeln“ oder versprechen, für die neue Therme „in die Vollen zu gehen“. Dazwischen finden sich schlagwortartig einzelne Fakten: beispielsweise dazu, dass an dieser Stelle insgesamt 3000 Kubikmeter Bauschutt anfallen, dass für den Rückbau der alten Therme 14 Monate veranschlagt wurden und 1,5 Millionen Euro anfallen. „Ein geschlossener Zaun könnte den Eindruck entstehen lassen, dass sich dahinter Geheimnisvolles verbirgt. Wir wollen mit dem Thema aber transparent umgehen, auch wenn wir zum Schutz der Anwohner die Umzäunung zur Ludwigstraße hin schließen mussten“, erläutert Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb, Steffen Schneider.

Drinnen sieht es – auch wenn Abriss eigentlich Zerstörung bedeutet – weitgehend sehr aufgeräumt aus. In großen Säcken wartet nach Sorten getrennter und genau deklarierter Bauschutt auf den Abtransport. Vor vier Jahrzehnten wurde anders gebaut als heute. Viele Dämm- und Schutzstoffe, die längst aus Gesundheitsgründen verpönt oder sogar verboten sind, waren damals neuester Standard.

Asbest dürfte einer der bekanntesten sein, auch künstliche Mineralfasern und manche Holzschutzmittel gehören dazu. Im Gebäude sind häufig unterschiedliche Werkstoffe eng miteinander verbunden, ihre Trennung erfordert nicht nur außerordentliches Fachwissen, sondern auch entsprechendes Gerät. So werden Farben, Lacke und millimeterdicke Dämmschichten mittels Spezialverfahren vom Untergrund gelöst, zahlreiche Bauteile sorgfältig in einzelne Komponenten zerlegt und die dadurch gewonnenen Stoffe getrennt entsorgt.

Die Mitarbeiter von F&R Industriedemontage und Abbruch sind auf diese Arbeiten spezialisiert, der Umgang mit Schutzkleidung und Sicherheitsschleusen ist ihnen ebenso vertraut wie das Arbeiten bei Unterdruck: Der wird jeweils in einzelnen Arbeitsbereichen erzeugt, wenn dort an der Schadstoffentsorgung gearbeitet wird, und verhindert, dass auch nur winzigste Schadstoffpartikel nach außen dringen.

Mit dem Fortgang der Arbeiten sind Bürgermeister Klaus Kreß und der Fachbereichsleiter des Kur- und Servicebetriebes mehr als zufrieden: „Derzeit sieht es so aus, als würden der Rückbau und der Abriss bereits bis Jahresende abgeschlossen werden, und damit vier Monate früher als eigentlich geplant“, betonte Steffen Schneider.

„Gegenwärtig läuft das Vergabeverfahren für die Generalplanung sowie die Betriebsführung der neuen Therme. Eine Entscheidung wird im August erfolgen“, so der Rathauschef zum weiteren Fortgang des Großprojekts.