Nachrichten aus Bad Nauheim

Ausländerbeirat feiert 25-jähriges Bestehen

Ausländerbeirat feiert 25-jähriges Bestehen | Die Gesundheitsstadt

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens begrüßte der Bad Nauheimer Ausländerbeirat vergangenen Freitag im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus Vertreter der lokalen Politik, Verwaltung und städtische Projektpartner. Nach der Begrüßung der Gäste durch Vorsitzenden Sinan Sert dankte Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Hahn in seinem Grußwort den Mitgliedern des Beirats für ihr Engagement. Der Ausländerbeirat bringe sich beratend und konstruktiv in die städtische Politik ein und zeige dabei trotz schwieriger Momente Durchhaltevermögen, attestierte der erste Bürger der Stadt und wünschte sich eine breitere öffentliche Wahrnehmung, „die der Funktion des Gremiums gerecht wird.“.

„Dass Menschen aus 114 Nationen seit Jahrzehnten in Bad Nauheim in einem guten Miteinander zusammenleben, ist nicht zuletzt auch der Arbeit des Ausländerbeirats geschuldet“, verwies Bürgermeister Klaus Kreß auf zahlreiche Impulse des Beirats. Diese Beiträge seien, so Kreß weiter, im Zusammenhang mit der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in den letzten Jahren besonders geschätzt worden.

Einen umfassenden Einblick in die Historie und Rückblick auf die Aktivitäten des Beirats lieferte Stadtrat Ali Bulut. Mit der Auflistung erfolgreich umgesetzter Maßnahmen, Aktivitäten und Kooperationen unterstrich der zuständige Dezernent im Magistrat die Bedeutung und Notwendigkeit eines Ausländerbeirats abermals. „Das Stadtparlament entschied sich damals erst gegen die Einführung eines Ausländerbeirats“, erinnerte er daran, dass erst nach verschiedenen Initiativen aus Einwohnerschaft und Vereinen der Beirat Ende 1993 gewählt und konstituiert werden konnte. Heute sei man froh, dass es ihn gibt und er seine Arbeit fortführt.

Den tieferen Einblick in die Arbeit des Beirats und die Unwägbarkeiten dabei gewährte Sert. Der Vorsitzende des Beirats ließ erkennen, dass sich erfolgreiche Projekte und Aktionen in Kooperation mit Vereinen und Institutionen außerhalb der städtischen Politik leichter realisieren ließen. „Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung lief und läuft bestens“, lobte Sert die Unterstützung und Kooperationsbereitschaft, während Vorschläge und Anregungen des Beirats in den Gremien der Stadtpolitik seltener Zustimmung fänden. Gerade in Anbetracht eines erstarrenden Rechtspopulismus sei es heute aber besonders wichtig, die Arbeit und die Vorschläge des Ausländerbeirats aufzunehmen. Sert ermutigte die politischen Akteure, etwaigen Befürchtungen, Popularität in der Wählerschaft dadurch verlieren zu können, mit Entschlossenheit und Beständigkeit zu begegnen.

Umrahmt wurde die Feier von kurzweiligen Beiträgen des russischen Künstlerpaares Natalie Volkova und Valeri Volkov. Während Volkova die Gäste mit einer köstlichen Weihnachtsgeschichte ins winterliche Russland entführte, begeisterte Bassbariton Valerie Volkov mit seiner Gitarre und seiner kräftigen Stimme die Anwesenden. Der Abend klang aus mit dem gemeinsamen Singen eines russischen Volksliedes auf Russisch.

Der Ausländerbeirat ist die von den ausländischen Bürgerinnen und Bürgern für jeweils fünf Jahre gewählte Interessenvertretung. Er berät die Organe der Stadt in allen Angelegenheiten, die ausländische Einwohner betreffen.