Ludwig Manfred Lommel (1891-1962)

- seine Bad Nauheimer Jahre -

Der Radio- und Bühnenhumorist konnte auch nach dem Zweiten Weltkrieg sehr bald an seine früheren Erfolge anknüpfen. Am 19. Juli 1951 trat er erstmals im Bad Nauheimer Kurhaus auf.

Im Rahmen eines „Bunten Nachmittags“ stand er mit den Geschwistern Höpfner, der Schauspielerin Magda Schneider, dem jungen Geigentalent Helmut Zacharias und dem Nachwuchssänger Vico Torriani unter dem Motto: „Wir zaubern frohe Laune“ gemeinsam auf der Bühne. In den folgenden Jahren wiederholten sich seine Besuche in der Kurstadt regelmäßig und das Bühnenprogramm „90 Minuten Lachen“ - mit Ludwig Manfred Lommel, wurde zum beliebten Unterhaltungsrezept für die zahlreichen Kurgäste unserer Stadt. Vom 1. Juli 1956 an ist Lommel Bad Nauheimer Bürger. Er zieht mit seiner zweiten Ehefrau Karla und den jüngeren Söhnen Ulrich (12 Jahre) und Manuel (7 Jahre) in die erste Etage einer kleinen Villa in der Nähe des Johannisberges. Zugezogen war die Familie aus Wildeshausen in Oldenburg. Dass dem heimatvertriebenen Schlesier das Schicksal seiner Landsleute sehr am Herzen lag, belohnte die noch junge Bundesrepublik im Januar 1956 in Berlin mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. In Bad Nauheim war Lommel als Privatmann oft bei den Treffen der hiesigen schlesischen Landsmannschaft anwesend und hat dort vermutlich auch im organisatorischen Bereich mitgearbeitet. Aus dieser positiven Erinnerung resultiert ein bis heute gepflegtes Interesse der Gruppe an dem berühmten Humoristen. Während der Vater mit seinem Bühnenprogramm auf Bädertournee ging, nahmen die ebenfalls künstlerisch begabten Söhne Klavierunterricht bei einem ortsansässigen Musiklehrer. Lommel meldete ab dem 4. April 1958 einen zweiten Wohnsitz in Berlin an, den seine Familie dann wohl überwiegend als Aufenthaltsort wählte. Auch im Jahr 1962 kehrte der Komiker wiederholt zu seiner Unterhaltungsshow auf die hiesige Kurhausbühne zurück. Zuletzt am Freitag, den 14. September 1962 bot Lommel sein Bühnenprogramm „90 Minuten Lachen“ vor vollbesetzten Zuschauerreihen an. Vier Tage später ereilte ihn in seiner Wohnung überraschend ein Herzinfarkt, der am folgenden Tag gegen Mittag zum Tod des Künstlers führte. „Um den Sender Runxendorf ist es still geworden, Pauline Neugebauer schweigt. Er ist heimgegangen der schlesische Sendbote, der in einer Zeit in der es nichts zu lachen gab, seinen Landsleuten und vielen anderen das Lachen wieder schenkte. Überraschend, schnell und unauffällig, bescheiden wie er im Leben war, ist er gegangen.“ sinnierte die Journalistin Jenny Häusler in ihrem Nachruf.

Die Grabstätte, heute unter dem Schutz der Stadt Bad Nauheim

Der Künstler wurde auf dem Bad Nauheimer Kernstadt-Friedhof beigesetzt. Seit dem Ablauf der Ruhezeit 1992 waren Bemühungen der Landsmannschaftsvertreter im Gange, das Grab Lommels erhalten zu sehen. 1994 entsprach der Magistrat der Stadt dieser Bitte und stellte die letzte Ruhestätte unter Schutz. Sie wird heute zusammen mit etwa dreißig weiteren Grabstätten berühmter und verdienter Persönlichkeiten Bad Nauheims gepflegt und erhalten.

© Brigitte Faatz