Therme am Park

Abriss der Therme am Park startet

Entkernung und Schadstoffsanierung bis Ende 2018 – Abbruch des Gebäudes im Anschluss bis Mai 2019

Abriss der Therme am Park startet | Die Gesundheitsstadt

Die Bauzäune stehen, der Abbruchhammer liegt bereit und die Bagger sind in Startposition: Der Abriss des ehemaligen Thermalbades in der Ludwigstraße kann beginnen. Bürgermeister Klaus Kreß gab am Donnerstag mit Abrisshammer und Bagger symbolisch „grünes Licht“ dafür.

Die Therme musste am 31. Dezember 2015 ihren Betrieb einstellen, da die in großen Teilen seit 1972 unveränderte Technik wie Elektroinstallationen und Raumluftanlagen ihre gewöhnliche Nutzungsdauer überschritten hatte. Die Reparaturanfälligkeit war sehr hoch und durch die aggressive Sole waren viele Bauteile stark korrodiert. Das Säurelager war nicht mehr genehmigungsfähig und auch hinsichtlich des Brandschutzes hätte erheblich investiert werden müssen. Nach der Räumung des Gebäudes wurden die Versorgungsleitungen für Strom und Wasser gekappt. Die Fernwärmeleitung wurde durch den Energieversorger um die Therme geleitet, so dass auch nach dem Abriss die Versorgung nachfolgender Verbraucher gesichert ist.

Phase 1: Entkernung und Schadstoffentsorgung bis etwa Ende des Jahres
„Die Abrissarbeiten werden in zwei Phasen und unterschiedliche Sanierungsbereiche unterteilt“, erläutert Rathauschef Klaus Kreß. „Nach dem Einrichten der Baustelle steht zunächst der Rückbau der Nebengebäude an. Dazu zählen unter anderem die Saunen, die in Holztafelbauweise errichtet wurden. Auch die Außenanlagen wie der Teich und Zäune müssen einer Baugrube weichen.“ Im Anschluss folge die umfangreiche Entkernung des gesamten Gebäudes mit Schadstoffsanierung, die voraussichtlich bis Ende des Jahres 2018 dauern werde.

„In den unterschiedlichen Baustoffen sind gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie beispielsweise Asbest enthalten, dies haben über 100 Materialproben gezeigt. Die Entsorgung muss fachgerecht stattfinden. Das bedeutet auch, dass die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens mit besonderer Arbeitskleidung vorgehen müssen. Die Arbeitsbereiche werden abgeschottet, damit keine schädlichen Fasern und Teilchen entweichen können. Parallel zur Schadstoffentsorgung werden die Fassaden der Therme demontiert“, betont Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb Steffen Schneider. Mit den Arbeiten wurde ein Unternehmen für Industriedemontage und Abbruch aus Neunkirchen (Saarland) beauftragt. Die Bauleitung übernimmt ein Planungsbüro aus Bad Nauheim.

Phase 2: Rückbau des entkernten Gebäudes bis voraussichtlich Mai 2019
In der zweiten Phase wird das Hauptgebäude der hauptsächlich in Stahlbetonskelettbauweise errichteten Therme abgerissen. Insgesamt kommen dabei 25.000 Kubikmeter Material zusammen. Außerdem werden die Anlagen im Gelände wie Außenschwimmbecken und Wasserspiele zurück gebaut. Für den Abriss inklusive Entkernung und Schadstoffentsorgung wurden im städtischen Haushalt rund 1,5 Millionen Euro netto veranschlagt.

„Während der gesamten Bauzeit werden wir mit den unmittelbaren Nachbarn, der Kerckhoff-Klinik, dem Rehazentrum am Sprudelhof sowie der Stiftung Sprudelhof, in regelmäßigem Informationsaustausch stehen. Zudem werden wir während des Abbruchs ein Erschütterungs-Monitoring durchführen, das über sensible Sensoren Erschütterungswerte meldet. Damit wollen wir sicherstellen, dass die nur wenige Meter entfernten Patienten und Mitarbeiter so wenig wie möglich beeinträchtigt und die umliegenden Gebäude nicht beschädigt werden“, erläutert der Bürgermeister.