Erinnerungsmale und Kunstobjekte am Wegesrand

Gedenktafel für den Physiker Prof. Dr. Robert Jaeger (1893-1987) und seinen Bruder, den Komponisten Prof. Dr. h.c. Willy Jaeger (1895-1986)

 

Angebracht an deren ehemaligen Wohnhaus, Otto-Weiß-Straße 10.
Prof. Dr. Robert Jaeger studierte in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in seiner Heimatstadt Berlin neben Mathematik und Philosophie vor allem Physik und Chemie. Angeregt durch die Forschungen so berühmter Berliner Gelehrter, wie Max Planck, Lise Meitner und Otto Hahn, legte er den Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auf das Gebiet der Radiobiologie, des Strahlenschutzes und der Dosimetrie und wurde zum international geschätzten Berater der International Atomic Energy Agency in Wien und zum Mitarbeiter der Arbeitsgruppe „Dosimetrie“ beim Bureau International des Poids et Mesures in Paris. In annähernd hundert wissenschaftlichen Veröffentlichungen und in dem Buch „Dosimetrie und Strahlenschutz“ gab er der Hoffnung auf die friedliche Nutzung der Kernenergie Ausdruck. Robert Jaegers künstlerische Interessen galten der Musik, besonders dem Geigenspiel, und vor allem der Kunst des Zeichnens und Aquarellierens.

Sein Bruder, Prof. Dr. h.c. Willy Jaeger, wirkte nach dem Musikstudium in seiner Geburtsstadt Berlin als Organist an der Paul-Gerhard-Kirche in Berlin-Schöneberg, als Konzertpianist und Komponist zahlreicher geistlicher Chor- und Orgelwerke. Bekannt wurde er als Begleiter berühmter Sängerinnen und Sänger seiner Zeit und durch die Vertonung von Gedichten klassischer Autoren. Neben seiner Tätigkeit als ausübender Musiker wirkte Jaeger als Dozent am Salzburger Mozarteum und an der Weimarer Musikhochschule. Seit 1955 in Bad Nauheim ansässig, widmete er sich hier neben einer erfolgreichen Tätigkeit als Musikpädagoge in vielseitigen Veranstaltungen der Pflege und dem tieferen Verständnis der Kammermusik.


Zusammengestellt von der Arbeitsgemeinschaft Geschichte Bad Nauheim
mit Unterstützung der Stadtarchivarin Frau Brigitte Faatz

Foto: Nici Merz (Wetterauer Zeitung)