Therme am Park

Die neue Therme kann kommen

Abriss des alten Thermalbades beendet

Die neue Therme kann kommen | Die Gesundheitsstadt

In der Ludwigstraße, wo einst die Therme am Park stand, klafft nun eine große Baugrube: Viel Platz für die neue Therme, die eine Anbindung an das Badehaus 2 erhält und an die sich ein Thermenhotel anschließen wird. Ende März 2018 hatte Bürgermeister Klaus Kreß grünes Licht für den Start der Abrissarbeiten gegeben. Nach rund 12-monatiger Abbruchphase sind das 1972 erbaute Gebäude sowie die Außenanlagen Geschichte. „Ich bin sehr froh und zufrieden, dass alles reibungslos abgelaufen ist und wir unseren Kosten- und Zeitplan gehalten haben. Wir wollten im Mai 2019 mit dem Abriss durch sein - das haben wir geschafft. Die Schadstoffsanierung und der Abriss gingen zügig voran. Bei einem so großen, außergewöhnlichen Projekt mit Überraschungspotential ist das nicht selbstverständlich“, erklärt der Rathauschef. Er dankte bei einem letzten Begehungstermin allen Beteiligten für die gute Arbeit. Tobias Poschmann, Geschäftsführer von der a5 Planung GmbH, überraschte Kreß mit der Tür des Schließfaches Nummer 1 aus der alten Therme, die er vor der Entsorgung gerettet hatte. Auf der polierten Edelstahlplatte hatte er das Erbauungs- und Abrissjahr eingravieren lassen.

Die Planung und Bauleitung für den Rückbau, der in zwei Phasen unterteilt wurde, hatte das Büro a5 Planung GmbH aus Bad Nauheim übernommen. Von März bis Dezember 2018 wurden zunächst die Nebengebäude wie die Saunen abgerissen, die Außenanlagen mit Teich zurück gebaut und das Gebäude entkernt. Hierbei wurden die belasteten und gefährlichen Baustoffe von den unbelasteten Tragwerken getrennt und durch das beauftragte Unternehmen F&R Industriedemontage und Abbruch GmbH aus Neunkirchen fachgerecht entsorgt. Die Maßnahmen wurden durch die verantwortlichen Behörden stetig überwacht. Ferner wurden beispielsweise die Einbauten und die Haustechnik entfernt, sämtliche Boden-, Wand- und Deckenverkleidungen abgenommen und die Fenster und Türen ausgebaut. Zuletzt waren die Schwimmbecken an der Reihe.

In der zweiten Phase, ab Januar 2019, wurde das rund zehn Meter hohe Hauptgebäude der in Stahlbetonskelettbauweise errichteten Therme abgerissen. „Die Bagger haben die Betonwände dabei nach und nach vorsichtig zerkleinert, um eine große Erschütterung durch eine Abrissbirne und Staubwolken für die Anwohner zu vermeiden. Gleichzeitig wurden das Außenbecken und die Wasserspiele zurück gebaut“, erklärt Volkmar Dörn, Fachdienstleiter Kureinrichtungen und Therme.

Im letzten Schritt wurde die Bodenplatte entfernt und die rund vier Meter tiefe Baugrube so abgeböscht, dass niemand hineinstürzen kann. Rund 1,5 Millionen Euro netto kostete der Abriss inklusive Entkernung und Schadstoffentsorgung, bei insgesamt 29.000 Kubikmeter umbautem Raum.

„Während der gesamten Abriss- und Rückbauphase waren wir in sehr gutem Kontakt mit den unmittelbaren Nachbarn, der Kerckhoff-Klinik, dem Rehazentrum am Sprudelhof und der Stiftung Sprudelhof. Wir haben diese umfänglich über die Arbeiten informiert und deren Belange berücksichtigt. Sensoren haben zudem rund um die Uhr den Schall und die Erschütterung gemessen, damit wir auf kleinste Grenzwertüberschreitungen sofort hätten reagieren können - zum Schutz der Patienten und Anwohner. Erfreulicherweise gab es hier keine Auffälligkeiten“, erklärt Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb.

Das Gelände bleibt bis auf weiteres eingezäunt. Der angrenzende Parkplatz kann weiterhin genutzt werden.

Zum Hintergrund
Die Therme musste am 31. Dezember 2015 ihren Betrieb einstellen, da die in großen Teilen unveränderte Technik wie Elektroinstallationen und Raumluftanlagen ihre gewöhnliche Nutzungsdauer überschritten hatte. Die Reparaturanfälligkeit war sehr hoch und durch die aggressive Sole waren viele Bauteile stark korrodiert. Das Säurelager war nicht mehr genehmigungsfähig und auch hinsichtlich des Brandschutzes hätte erheblich investiert werden müssen.