für die Kurstadt Bad Nauheim
Eine der wichtigsten Aufgaben einer Stadt ist, eine zuverlässige Wärmeversorgung zu gewährleisten. Sie sorgt für warme Wohnungen, für warmes Wasser und für angenehme Temperaturen in Kindertagesstätten, Unternehmen und öffentlichen Gebäuden.
Um die Wärmeversorgung in Bad Nauheim langfristig zuverlässig, bezahlbar und klimafreundlich zu gestalten, hat die Stadt eine Kommunale Wärmeplanung erstellt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Energiequellen im Stadtgebiet vorhanden sind und wie sie künftig genutzt werden können. Die Planung hilft dabei, die vorhandenen Möglichkeiten besser zu verstehen und erste Wege für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung aufzuzeigen.
Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der Wärmeplanung, über mögliche Energiequellen im Stadtgebiet und darüber, was sich daraus für Sie und Ihren Alltag ergeben kann.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein gesetzlich verpflichtendes Instrument, um die künftige Wärmeversorgung einer Stadt zu planen und weiterzuentwickeln. Dazu untersuchen Expert:innen, wie in der Stadt geheizt wird und welche alternativen Wärmequellen – beispielsweise überschüssige Wärme aus Industrie oder Kliniken – im Stadtgebiet verfügbar sind. Auf dieser Grundlage entsteht ein Zielbild für die zukünftige Wärmeversorgung, das in einem Abschlussbericht festgehalten wird und der Stadt als Orientierung für die nächsten Schritte dient.
Die Erstellung eines Kommunalen Wärmeplans folgt einem festen Ablauf von vieraufeinander aufbauenden Phasen. Dabei arbeiten Städte mit Ingenieurbüros zusammen, die die technischen Analysen durchführen und die Daten auswerten.
In Bad Nauheim hat diese Aufgabe das beauftragte Ingenieurbüro Greenventory in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bad Nauheim und der Stadtverwaltung übernommen.
In Bad Nauheim lief die Planung wie folgt ab:
In Phase 1 untersuchten die Expert:innen die bestehende Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet von Bad Nauheim. Ziel war es zu verstehen, wie die Wärmeversorgung in Bad Nauheim funktioniert, wie viel Wärme insgesamt benötigt wird und wie hoch die dabei entstehenden Emissionen sind.
Dafür werteten die Ingenieur:innen Daten zum Wärmebedarf und zum Energieverbrauch im Stadtgebiet aus. Neben Wohngebieten bezog die Analyse auch Gebäude wie Schulen, Verwaltungsgebäude, Kliniken oder Gewerbebetriebe ein.
Ergänzend betrachteten die Expert:innen die vorhandene Infrastruktur der Wärmeversorgung. Dazu zählen unter anderem Gasleitungen, bestehende Wärmenetze, Heizwerke, größere Heizzentralen sowie Anlagen zur Wärmespeicherung.
Auf diese Weise entstand Schritt für Schritt ein klares Bild davon, wie die Wärmeversorgung in Bad Nauheim heute aufgebaut ist und wie viel Wärme insgesamt benötigt wird.
Anteil am Endenergiebedarf nach Energieträgern (2024)
| Erdgas | 80,10 % |
| Heizöl | 9,80 % |
| Nah-/Fernwärme | 8,50 % |
| Strom | 0,90 % |
| Biomasse | 0,70 % |
In Phase 2 untersuchte das Ingenieurbüro, welche Energiequellen im Stadtgebiet grundsätzlich für die zukünftige Wärmeversorgung genutzt werden können. Gleichzeitig wurde betrachtet, wo sich Energie einsparen lässt, zum Beispiel durch Sanierungen.
Grundlage dafür bildeten umfangreiche Daten aus öffentlichen Quellen. Die Analyse berücksichtigte unter anderem Energie aus Biomasse, Sonnenenergie und Windkraft sowie Wärme aus dem Erdreich, aus der Umgebungsluft oder aus Gewässern. Auch mögliche Abwärmequellen flossen in die Untersuchung ein, etwa aus Kläranlagen oder aus industriellen Prozessen.
Anschließend ordneten die Expert:innen diese Energiequellen räumlich ein. So wurde sichtbar, an welchen Stellen im Stadtgebiet sich einzelne Quellen besonders gut nutzen lassen.
Daraus entstand eine Übersicht darüber, welche erneuerbaren Energiequellen in Bad Nauheim grundsätzlich verfügbar sind und in welchen Bereichen ihr Einsatz besonders sinnvoll sein könnte.
Erneuerbare Wärmepotenziale in Bad Nauheim
| Wärmebedarf | 263 GWh/a |
| Geothermie (Kollektoren) | 937 GWh/a |
| Luftwärmepumoen | 175 GWh/a |
| Solarthermie (Dach) | 147 GWh/a |
| Biomasse | 23 GWh/a |
| Abwasser | 20 GWh/a |
| Sole | 12 GWh/a |
| KWK | 10 GWh/a |
| Solarthermie (Freifläche)* | 2024 GWh/a |
* Aufgrund regionalplanerischer Vorgaben sind die Flächen vorrangig für Landwirtschaft zu nutzen und eine Nutzung für Freiflächen Solarthermie ist wie im Fall der Photovoltaik auf Freiflächen aktuell nicht vorgesehen bzw. bedarf einer Einzelfallprüfung. Daher wird dieses Potenzial im Weiteren auch nicht näher betrachtet und als potentielle Wärmequelle herangezogen.
In Phase 3 nutzten die Ingenieur:innen die bisherigen Ergebnisse, um mögliche Optionen für die zukünftige Wärmeversorgung zu entwickeln und die zukünftigen Bedarfe mit den vorhandenen Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
Dabei prüften sie, in welchen Fällen sich zentrale Wärmenetze eignen, die mehrere Gebäude gemeinsam versorgen.
Für andere Bereiche wurde untersucht, ob dezentrale Lösungen für einzelne Gebäude besser geeignet sind. Das können Wärmepumpen, Holz- oder Pelletheizungen, Solarthermie oder Kombinationen verschiedener Heizsysteme sein.
Aus diesen Überlegungen entstand ein mögliches Zukunftsbild für die Wärmeversorgung. Dieses sogenannte Zielszenario ist zunächst ein Modell, das zeigt, wie die Wärmeversorgung in Bad Nauheim langfristig aussehen könnte, aber noch keine konkreten Maßnahmen festlegt.
Phase 4 hat das Ziel, konkrete Maßnahmen für die zukünftige Wärmeversorgung zu entwickeln.
Dafür reicht es in einer Kommunalen Wärmeplanung nicht aus, nur technische Daten auszuwerten. Ebenso wichtig ist lokales Fachwissen (z.B. bei den Stadtwerken oder in der Verwaltung), denn viele Bedingungen vor Ort lassen sich aus Daten allein nicht vollständig erkennen.
Aus diesem Grund führten die Stadt und das Ingenieurbüro zwei Workshops mit lokalen Stakeholdern durch. Um ein umfassendes Bild zu erhalten, waren Vertreter:innen aus Energieversorgung, Wirtschaft, den Kliniken sowie die Bad Nauheimer Wohungsbau Gesellschaft mbH, Haus & Grund und die Kleinsiedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft Bad Nauheim eG eingeladen.
Aus der Verbindung von technischen Analysen und lokalen Erfahrungen sind 9 Maßnahmen entstanden, die als erste Schritte für die zukünftige Wärmeversorgung in Bad Nauheim dienen.
Am 10. Dezember versammelten sich rund 20 Vertreter:innen der Stadtwerke, Großverbraucher, Stadt- und Kreisverwaltung, der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft, der Kleinsiedlungs- und Wohnungsbau-Genossenschaft Bad Nauheim sowie des Vereins Haus und Grund Bad Nauheim im Großen Saal der Trinkkuranlage zum ersten Stakeholder-Workshop im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung für die Kurstadt Bad Nauheim.
Der Workshop diente dazu, die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vorzustellen. Im Anschluss wurden die vorgeschlagenen Eignungsgebiete für eine Fernwärmeversorgung in Kleingruppenarbeiten diskutiert und Ideen ausgetauscht. Diese Diskussionen sollen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Eignungsgebiete dienen.
Programm:
Am 25. März fand der zweite Workshop im Rahmen der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung statt – diesmal mit dem Schwerpunkt auf Maßnahmen für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Diskutiert wurden dabei erste Schritte zum Ausbau von Wärmenetzen in Eignungsgebiete ebenso wie Ansätze zur Kommunikation und Sensibilisierung rund um das Thema Gebäudesanierung.
In ähnlicher Runde wie bereits beim ersten Workshop wurden die vorgeschlagenen Maßnahmen in einem regen und produktiven Austausch kommentiert, ergänzt und anschließend gemeinsam priorisiert.
Programm:
Die Analyse zeigt: Bad Nauheim verfügt über mehrere Möglichkeiten, die Wärmeversorgung künftig stärker auf erneuerbare Energien auszurichten. Gleichzeitig beeinflussen lokale Rahmenbedingungen, welche Lösungen im Stadtgebiet sinnvoll und möglich sind.
WICHTIGSTE ERKENNTNISSE
RELEVANTE ENERGIEQUELLEN
BESONDERE RAHMENBEDINGUNGEN
Die Wärmeplanung zeigt, dass künftig unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Stadtbereiche notwendig sind.
Mehr dazu finden Sie im Abschlussbericht:
Melden Sie sich gerne bei der Energieberatung der Stadt!
Viele Fragen zur Wärmeversorgung lassen sich am besten individuell betrachten. Eine persönliche Beratung hilft dabei, die eigene Situation besser einzuordnen und mögliche Optionen kennenzulernen.
Mehr Informationen: bad-nauheim.de/energieberatung
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung haben Ingenieur:innen die Wärmeversorgung in Bad Nauheim untersucht und verschiedene Optionen für die zukünftige Entwicklung geprüft. Aus diesen Analysen und den Beratungen mit lokalen Akteuren sind 9 Maßnahmen entstanden.
Diese zeigen mögliche Entwicklungsschritte für die kommenden Jahre auf und dienen als Orientierung für die weitere Planung der Wärmeversorgung in Bad Nauheim.
Wie diese Maßnahmen konkret aussehen, erklären wir hier:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Aufgrund der komplexen Ausgangslage in der Innenstadt konnte das Gebiet im Rahmen des kommunalen Wärmeplans weder als Einzelversorgungsgebiet noch als Eignungsgebiet festgelegt werden. Daher ist eine Voruntersuchung erforderlich, also eine noch genauere Detailanalyse, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Informationen zu Energieberatungsangeboten: bad-nauheim.de/energieberatung
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Was?
Ziel?
Mit wem?
Bedeutung für Bürger:innen:
Die Kommunale Wärmeplanung zeigt, wie sich die Wärmeversorgung in verschiedenen Stadtgebieten von Bad Nauheim weiterentwickeln könnte. Veränderungen werden dabei nicht überall im Stadtgebiet gleichzeitig oder in gleicher Form relevant.
Eine erste Orientierung bietet die interaktive Karte. Dort sehen Sie, für welche Bereiche der Stadt bestimmte Maßnahmen geprüft oder vorbereitet werden und welche Informationen dazu bereits vorliegen.
Auf der Karte finden Sie Hinweise dazu,
Wichtig ist dabei: Die Wärmeplanung beschreibt zunächst mögliche Entwicklungen und Maßnahmen, keine Umsetzungsplanung. Sie legt nicht fest, dass sich für jedes Gebäude kurzfristig etwas ändert.
Dann kann es sein, dass für Ihren Stadtteil langfristig bestimmte Lösungen näher geprüft werden, zum Beispiel ein Wärmenetz oder andere Formen der Wärmeversorgung.
Welche Möglichkeiten im Einzelnen bestehen, erläutern wir sehr bald auf dieser Seite.
Dann heißt das nicht, dass für Ihr Gebäude keine Entwicklung ansteht. Die Wärmeversorgung bleibt ein wichtiges Thema, auch außerhalb der in der Wärmeplanung betrachteten Bereiche. In vielen Fällen werden hier eher individuelle Lösungen relevant, zum Beispiel Wärmepumpen oder andere Formen der dezentralen Versorgung, sowie Energieeinsparungen durch Sanierungsmaßnahmen.
Unabhängig von den vorgesehenen Maßnahmen im Stadtgebiet gelten die derzeit gesetzlichen Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Auch Gebäude außerhalb der besonders betrachteten Gebiete müssen deshalb langfristig an neue Anforderungen angepasst werden.
Welche nächsten Schritte für Ihr Gebäude sinnvoll sind hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von der Lage, dem Gebäudetyp, dem baulichen Zustand und der bestehenden Heiztechnik.
Erste Informationen und eine weiterführende Beratung bieten die Stadtwerke Bad Nauheim.
Die Energieberatung der Stadt Bad Nauheim unterstützt Sie gerne.
In einer persönlichen Beratung erhalten Sie Orientierung zu Themen wie Heizung, Energieverbrauch, Sanierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen.
Mehr Informationen: bad-nauheim.de/energieberatung
Ein Wärmenetz versorgt mehrere Gebäude gemeinsam mit Wärme. Die Wärme wird an einer zentralen Stelle erzeugt, zum Beispiel in einer größeren Anlage, und über gut gedämmte Leitungen unter der Straße zu den angeschlossenen Häusern transportiert.
Im Gebäude selbst wird dann keine eigene Heizung mehr benötigt, um Wärme zu erzeugen. Stattdessen kommt die Wärme direkt über das Netz ins Haus und wird dort für Heizung und Warmwasser genutzt.
Wärmenetze eignen sich vor allem in dicht bebauten Gebieten, also dort, wo viele Gebäude nah beieinander liegen. Sie können eine gute Möglichkeit sein, Wärme effizient bereitzustellen und schrittweise auf klimafreundliche Energiequellen umzustellen.
Die Wärme kann dabei aus unterschiedlichen Quellen stammen, zum Beispiel aus Abwärme.
Ja. Die gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung für Bad Nauheim ist abgeschlossen. Damit liegt erstmals ein umfassender Überblick darüber vor, wie heute geheizt wird, welche Potenziale es gibt und wie die Wärmeversorgung künftig aussehen kann.
Die Planung selbst setzt noch keine Maßnahmen um. Sie schafft vor allem Orientierung und zeigt, welche Lösungen in welchen Gebieten sinnvoll sein können.
Die Umsetzung folgt nun Schritt für Schritt über die kommenden Jahre.
In diesem Fall gelten die bestehenden gesetzlichen Regelungen. Eine defekte Heizung kann weiterhin ersetzt werden.
Die Wärmeplanung gibt dabei eine Orientierung, welche Lösungen langfristig sinnvoll sein können. Sie verpflichtet jedoch nicht zu einer bestimmten Technologie.
Es empfiehlt sich, sich vor einem Austausch beraten zu lassen, um eine Lösung zu finden, die auch in Zukunft gut passt. Dabei unterstützen wir Sie gerne.
Mehr Informationen: bad-nauheim.de/energieberatung
Veränderungen an bestehenden Netzen erfolgen langfristig und werden frühzeitig angekündigt.
Die Wärmeplanung zeigt mögliche Entwicklungen auf, trifft aber keine unmittelbaren Stilllegungsentscheidungen.
Ziel ist es, den Übergang schrittweise und planbar zu gestalten.
Der Ausbau von Wärmenetzen erfolgt in mehreren Schritten und benötigt Zeit. Planung, Finanzierung und Bau können mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Ob und wann ein Wärmenetz entsteht, hängt von den jeweiligen Voraussetzungen vor Ort ab.
Die Wärmeplanung zeigt, wo Wärmenetze grundsätzlich sinnvoll sein können. Konkrete Zeitpläne werden erst in den nächsten Planungsschritten entwickelt.
Für viele Maßnahmen rund ums Heizen und Sanieren gibt es bereits Förderprogramme von Bund und Ländern.
Dazu zählen zum Beispiel Zuschüsse für neue Heizsysteme, für Dämmmaßnahmen oder für den Anschluss an ein Wärmenetz.
Welche Förderung im Einzelfall infrage kommt, hängt von der jeweiligen Situation ab. Eine individuelle Beratung hilft dabei, die passenden Angebote zu finden.