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Wir arbeiten für deine Stadt

#wirarbeitenfürdeinestadt

Wir arbeiten für deine Stadt

#wirarbeitenfürdeinestadt

Rund 500 Menschen arbeiten für die Gesundheitsstadt Bad Nauheim. Einige sehen wir täglich im Stadtgebiet, etwa beim Reinigen der Straßen oder Pflegen der Grünflächen. Viele städtische Beschäftigte arbeiten jedoch im Hintergrund und sind nicht jeden Tag „präsent“. Jeder für sich ist ein bedeutendes Zahnrad im Uhrwerk „Stadtverwaltung“ und leistet einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben. Mit unserer Serie #wirarbeitenfürdeinestadt stellen wir euch einige dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor.

Florian Schwarz | © Magistrat

Florian Schwarz

Kur- und Servicebetrieb

„Keine Chance den Schlaglöchern….“

Die Abteilung Tiefbau und Technische Dienste im Kur- und Servicebetrieb hat viele verschiedene Aufgaben.

Die technische Erhaltung der Kuranlagen oder die Unterhaltung und Wartung der Gradierbauten, Quellen und Brunnen gehören genauso dazu wie die Unterhaltung und Reparatur von Spielplätzen und Spielgeräten. Ein großer Teil des Aufgabengebietes besteht aus der Unterhaltung der öffentlichen Straßen, Straßenbeschilderungen und Absperrungen. Auch die Reinigung der Sinkkästen und der Räum- und Streudienst im Winter sind in diesem Bereich angesiedelt. Um bei den ganzen Aufgaben den Überblick nicht zu verlieren, ist eine sinnvolle Planung sehr wichtig. Darum kümmert sich der Teamleiter Florian Schwarz, 30 Jahre alt, der uns heute einen kleinen Einblick in seine Tätigkeit gibt:

Herr Schwarz, erzählen Sie uns ein bisschen über Ihre Arbeit als Teamleiter. Seit wann arbeiten Sie im Kur- und Servicebetrieb?

Ich arbeite seit dem 1. Juli 2017 bzw. seit 1. Dezember 2017 als Teamleiter im Fachdienst Tiefbau und Technische Dienste. Ein Job-Angebot einer anderen Stadt, die näher an meinem Wohnort Lollar lag, führte zu einer klitzekleinen Unterbrechung meiner Tätigkeit bei der Stadt Bad Nauheim. Letztendlich habe ich mich in Bad Nauheim aber doch sehr wohl gefühlt und habe mich quasi wieder auf „meine eigene Stelle“ beworben.

Wie sieht denn Ihr Arbeitstag aus?

Wir übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, die den reibungslosen Ablauf des Alltags in der Stadt maßgeblich unterstützen. Wie bei meinen Teamleiterkollegen der anderen Fachdiensten beginnt mein Arbeitstag ca. 15 Minuten früher als der meiner Mitarbeiter. In dieser Zeit der Arbeitsvorbereitung prüfe ich, ob außerplanmäßige Aufträge eingegangen sind, z.B. aus dem Mängelmelder oder von anderen Fachdiensten, die ich noch in den Tagesplan einarbeiten muss. Außerdem prüfe ich, ob meine Teams „vollständig“ sind. Ist ein Kollege erkrankt, muss ich die Teams entsprechend umstellen. Ich vertrete die Fachdienstleitung, kümmere mich um die Beschaffung von Werkzeugen und Maschinen, von Baumaterialien, Schildern und Verkehrszeichen. Außerdem bin ich verantwortlich für die Urlaubsplanung innerhalb meines Teams.

Flexibel zu sein ist in meinem Bereich äußerst wichtig, denn viele Aufträge kommen ungeplant. So muss man bei Starkregenereignissen spontan reagieren und dann hat die Reinigung der Sinkkästen Priorität. Oder wir bekommen über Nacht Unfallschäden gemeldet, denen oftmals Poller (rund 100 Stück jährlich) oder Verkehrsschilder „zum Opfer fallen“. Ich schaue mir zusammen mit unserem Straßenmeister, Klaus Möbus, die Unfallstelle an. Die Schäden müssen meist kurzfristig beseitigt werden; dafür werden dann auch eigentlich für den Tag geplante Arbeiten verschoben.

Aber das ist ja noch lange nicht alles, was Ihr Bereich zu tun hat, oder?

Nein (lacht), bei weitem nicht! Jährlich arbeiten wir rund 1.000 Aufträge ab.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel sind wir eingebunden in die Planung von Veranstaltungen. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 5 (Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport) und dem Fachdienst 4.1 (Ordnung, Sicherheit und Brandschutz) besprechen wir die Umsetzung der verkehrsrechtlichen Anordnungen. Eine verkehrsrechtliche Anordnung ist für alle Bauvorhaben erforderlich, die Einfluss auf den angrenzenden öffentlichen Verkehr haben, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Unsere Aufgabe ist es, die entsprechenden Verkehrsschilder aufzustellen – ob Umleitung oder Vollsperrung, Haltverbot oder sonstiges.

Bei städtischen Veranstaltungen und eigentlich allen Festen, die in Bad Nauheim stattfinden, haben wir reichlich zu tun. Für das Rosenfest zum Beispiel sind wir schon mindestens acht Wochen vorher im Einsatz, um Parkplätze und Wege herzurichten, zu schottern und entsprechende Schilder aufzustellen. Beim Christkindlmarkt z.B. bauen wir noch die jeweiligen Bühnen im Sprudelhof und am Kastanienrondell auf. Hinterher muss natürlich auch alles wieder abgebaut werden, ob Verkehrsschilder oder Bühnen.

Wir kümmern uns auch um die Bad Nauheimer Brunnen, reinigen und kontrollieren diese regelmäßig und reparieren, wenn möglich, auch defekte Pumpen, so dass die Fontäne wieder sprudeln kann. Können wir die Reparatur nicht selbst vornehmen, müssen wir Ersatzteile oder ggf. auch eine neue Pumpe bestellen. Wir führen Quellenmessungen durch und prüfen die Ausschankbrunnen.

Wir setzen Feldwege instand, reparieren Schlaglöcher und Bordsteinkanten, unterstützen die Gradierer beim Reinigen des Solgrabens.

Auch kontrollieren wir die Spielgeräte auf unseren 35 Spielplätzen und den Kindergärten.

Als der Bahnhofsvorplatz umgebaut wurde, haben wir alles neu angelegt. Für solche großen Aufträge fehlt uns aber oftmals die Zeit.

Und im Winter?

Wenn zur Weihnachtszeit alles schön beleuchtet ist in der Stadt, dann waren wir tätig, denn wir bringen die Weihnachtsbeleuchtung an, hängen diese auch wieder ab und reparieren sie, wenn Teile defekt sein sollten.

Aber auch im Winterhalbjahr versuchen wir natürlich weitestgehend unseren eigentlichen Aufgaben nachzukommen. Nur die Kollegen, die im Winterdienst eingeteilt waren und nachts raus mussten, sind dann ausgenommen.

Was gefällt Ihnen denn besonders an Ihrer Aufgabe?

Dass ich – wenn nichts dazwischenkommt – den Arbeitsalltag und den meiner Mitarbeiter selbst in der Hand habe. Ich habe in meinem Bereich freie Entscheidungsbefugnis.

Positiv ist auch, dass der Arbeitgeber mir viele Fortbildungen anbietet und es gerne gesehen wird, wenn man die angebotenen Fortbildungen auch wahrnimmt. So habe ich im Januar einen Vorarbeiterlehrgang absolviert; der Werkpolierlehrgang ist in Planung. Es folgt noch der Ausbilderschein, sodass wir im August 2020 erstmals einen Auszubildenden für unseren Bereich einstellen können. Darauf freue ich mich schon.

Auch die positiven Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern freuen mich und die Kollegen immer sehr, denn wir bemühen uns immer um schnelle Abarbeitung der Aufträge. Wenn wir im Kurpark unsere „Teichrunde“ gehen, bei der wir kontrollieren, ob die Geländer und Wege in Ordnung sind, winken uns oft Kinder zu und wir unterhalten uns gern mit Ihnen.

Da fällt mir auch noch ein schöner Auftrag ein, der viel Spaß gemacht hat: Das Brückengeländer am Großen Teich wird grundhaft saniert. Am Geländer hängen zahlreiche „Liebesschlösser“, die leider für die Sanierung entfernt werden müssen. Als Alternative haben wir aus Metallstangen einen großen Herzrahmen geformt, auf dem die Schlösser aufgefädelt werden können.

Alles in allem: Ich möchte in keinem anderen Bereich arbeiten, da das Tätigkeitsfeld so abwechslungsreich ist und dadurch nie langweilig ist.

Und was nicht so sehr?

Es ist wunderbar zu sehen, was man am Tag alles geschafft, repariert und neu hergestellt hat, obwohl es nicht immer leicht ist, alle 17 Mitarbeiter sowie die Aufträge unter einen Hut zu bekommen UND die Bürgerinnen und Bürger zufrieden zu stellen. Denn für jeden einzelnen Bürger hat „sein“ gemeldeter Schaden oder Mangel, der matschige Weg, die defekte Sitzbank etc. Priorität und soll so schnell wie möglich erledigt werden. Das würden wir auch gerne, müssen aber tatsächlich nach Dringlichkeit vorgehen. So ist ein matschiger Weg zwar lästig und unangenehm aber nicht so gefährlich wie ein umgekippter Poller und ein umgefahrenes Verkehrsschild. Wenn ich mir etwas wünsche dürfte, dann wäre es manchmal ein Quäntchen mehr Geduld …

Eine Sache gibt es, die mich doch mehr bewegt hat als ich dachte – ich habe Tätowierungen, zu denen stehe ich auch! Man kann sogar sagen, ich bin stolz auf meine Tattoos, denn Sie stehen für Erinnerungen oder wichtige Begebenheiten in meinem Leben. Ich arbeitete letzten Herbst auf einer Baustelle und hatte „nur“ ein T-Shirt (Ja, eine Hose auch! Anm. d. Red.) an, so dass man meine Tätowierungen am Arm sehen konnte. Ein Bürger rief mir zu: „Noch so ein Tätowierter! Das kann ja schon nix werden…“. Diese Vorurteile beschäftigen mich immer lange, denn ich bin ja durch meine Tattoos kein schlechter Mensch. Meine Arbeit mache ich immer ordentlich - daran ändern auch Tätowierungen nichts.

Wollten Sie schon immer in diesem Bereich arbeiten oder hatten Sie als Kind ganz andere Pläne?

Als Kind wollte ich Schreiner werden, dann Feuerwehrmann, dann Erzieher. Letztendlich wurde es Straßenbauer. Aber der Feuerwehr bin ich tatsächlich eng verbunden, denn ich bin Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Nach meiner Lehre als Straßenbauer habe ich dann in einem dänischen Feuerwehrunternehmen als hauptberuflicher Feuerwehrmann gearbeitet. Die Firma wurde aber geschlossen und ich bin wieder zurück zu meinem „Lehrberuf“.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit noch – außer Feuerwehr?

Momentan bin ich vollauf mit dem Umbau meines Elternhauses beschäftigt.

Zum Schluss: Haben sie einen Ratschlag an Ihr 16-jähriges Ich?

Ach du liebe Zeit (lacht). Ich würde sagen: Mama, Papa, Oma, Opa, Lehrer – alle hatten recht. Man selbst erkennt das ja nicht gleich ….

Vielen Dank, Herr Schwarz!

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