Obst und Gemüse zum Selbstpflücken an der Bushaltestelle am Aliceplatz  | © Magistrat
lebenswert

Obst und Gemüse zum Selbstpflücken an der Bushaltestelle am Aliceplatz

Bürgermeister löst Wettgegenstand ein – Bushaltestellen begrünt
9. Juni 2022

Aufmerksame Passanten werden den grünen Zuwachs an der Bushaltestelle am Aliceplatz schon bemerkt haben. Seit kurzem stehen zwischen den beiden Wartehäuschen zwei größere Pflanz-Pyramiden und auch die Wartehäuschen selbst wurden mit Rankhilfen und Blumenkübeln versehen. Doch die Bepflanzung sieht nicht nur hübsch aus, sie ist sogar essbar. Verschiedene Gemüse- und Kräuterpflanzen gedeihen dort sowie Obst- und Beerengehölze.

„Hiermit löse ich den Wetteinsatz der Klimawette im vergangenen Jahr ein“, sagt Bürgermeister Klaus Kreß. „Unser Stadtbild wird dadurch nicht nur grüner, sondern die angepflanzten Obst- und Gemüsesorten können auch frei und kostenlos geerntet werden.“
Die Stadt Bad Nauheim hatte die Herausforderung angenommen bis November 2021 insgesamt 487 Tonnen CO2 einzusparen. Ansporn war die Weltklimakonferenz in Glasgow. Das große Ziel: Bad Nauheim noch grüner zu machen. Die begrünten Bushaltestellen sind ein Anfang. Dadurch entsteht nicht nur zusätzlicher Lebensraum für Insekten, sondern auch ein natürlicher Luftfilter in unserer Gesundheitsstadt, der Feinstaub und CO2 aufnimmt und Regenwasser speichern kann. Im Sommer spenden die Pflanzen kühlenden Schatten und beeinflussen das Mikroklima und die Luftqualität positiv. „Damit möchten wir die Bad Nauheimerinnen und Bad Nauheimer generell für das Thema sensibilisieren und anregen sich selbst zu engagieren“, erklärt Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit.

Um die Gesundheitsstadt Bad Nauheim auch zu einer essbaren Stadt zu machen wurden in den Grünanlagen Goldsteinpark, an der Bleiche, im Gesundheitsgarten und im Südpark Apfelbüsche und diverse Beerensträucher gepflanzt. „In der Bahnhofsallee sollten beispielsweise drei Platanen nachgepflanzt werden“, berichtet Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb, „Da diese allerdings nicht lieferbar waren, wurden dort ein Kirsch-, ein Apfel- und ein Zwetschgenbaum gepflanzt.“ Die Obstgehölze werden jedoch in spätestens drei Jahren gegen die ursprüngliche Baumart ausgetauscht und in die städtischen Obstwiesen umgezogen. Bis dahin werden die benötigten Platanen in der Baumschule angezogen.
In den Blumenkübeln am Taxistand der Parkstraße werden Monatserdbeeren und verschiedene Johannisbeeren zu ernten sein. Außerdem werden in der Margarethenstraße zwei große Pflanzkübel mit Kräutern und Gemüse, wie Zucchini und Petersilie bepflanzt. Bereits im vergangenen Jahr wurden im Wohngebiet Goldstein schwarze, weiße und rote Johannisbeersträucher sowie Stachelbeeren als Naschgarten gepflanzt. Und im Bereich Goldsteinspielpatz wurden Apfelbeeren, Holunder, Haselnuss und Johannisbeeren gepflanzt. „An all den genannten Standorten, mit Ausnahme der Obstbäume auf den Streuobstwiesen, dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger kostenlos bedienen“, erläutert Steffen Schneider und bittet um behutsamen Umgang mit den Pflanzen. „Ein abschließender Hinweis: Apfelbeeren sind für den Rohverzehr nicht geeignet.“

Info:
Auch dieses Jahr können sich interessierte Bürger:innen bei Karin Jöckel, telefonisch unter 06032-343 320, ab dem 1. August für die Obsternte auf den städtischen Streuobstwiesen bewerben.