Startschuss für die neue Therme | © Magistrat
lebenswert

Startschuss für die neue Therme

Bauarbeiten für Thermalbad beginnen – Künftiger Name wird vorgestellt
27. Mai 2021

„Das ist ein bedeutender und bewegender Moment für unsere Gesundheitsstadt“, betonte Bürgermeister Klaus Kreß, als am Donnerstag der erste Spatenstich für den Neubau der Therme gesetzt wurde. Der Rathauschef erklärte: „Der Bau der neuen Therme ist das wichtigste Infrastrukturprojekt in der neueren Geschichte unserer Stadt. Die Therme ist nicht nur ein essentieller Bestandteil unseres Heilbades, sie ist ein starkes touristisches Zugpferd und macht unser vielfältiges Gesundheits- und Rehaangebot komplett. Es entsteht ein Ort zum Entspannen, Bewegen und Wohlfühlen, der die Historie Bad Nauheims durch die Verwendung und Anwendung unserer heilsamen Sole aufgreift.“

Im Februar hatten auf dem Grundstück in der Ludwigstraße bereits Vorbereitungsarbeiten begonnen. Es wurden zunächst Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitungen ver- und gelegt, damit das neue Gebäude errichtet und mit Energie versorgt werden kann. Ende April war parallel die Baugrube ausgehoben worden. Zudem mussten 25 Platanen auf dem Thermenparkplatz weichen, sie wurden durch Großbaumverpflanzungen gesichert und auf dem ehemaligen Stollgelände wieder eingesetzt.

„Die Vorbereitungsarbeiten endeten pünktlich und die Baugenehmigung des Wetteraukreises liegt vor, so dass es jetzt richtig losgehen kann. Zunächst werden Spezialtiefbauarbeiten durch die Firma Weimer GmbH aus Lahnau durchgeführt. Darunter fallen Erdarbeiten und die Herstellung eines Spundwandverbaus, um das Erdreich zu stabilisieren. Dies ist nötig, um die sehr steile Baugrube abzusichern“, erläutert Jürgen Patscha, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung.

Die Baustelle wird über die Ludwigstraße erschlossen. Hier wird eine Baustellenzufahrt auf den alten Thermenparkplatz über die bestehende Abfahrt zum Sprudelhof eingerichtet.

Die Maßnahmen werden durch das Bodenmechanische Labor Gumm mittels Beweissicherung und Durchführung von Erschütterungsmessungen an den benachbarten Gebäuden begleitet. Dies ist nötig, um den Sprudelhof, die Kerckhoff-Klinik mit ihren hochsensiblen Einrichtungen sowie das angrenzende Rehazentrum der Deutschen Rentenversicherung vor Schäden zu schützen. Entsprechende Abstimmungen und Vorstellungen der Maßnahme wurden mit den Vertretern der Einrichtungen durchgeführt.

„Für die Rohbauarbeiten ist das vorgeschriebene EU-weite Vergabeverfahren derzeit am Laufen. Die Auftragsvergabe erfolgt im Juni 2021, so dass diese voraussichtlich im August beginnen werden. Die Rohbaufertigstellung ist für den Sommer 2022 geplant. Dann schließen sich die weiteren Gewerke wie Fassade, Innenausbau und Technik an“, sagt Patscha. Die Fertigstellung der Therme ist für Herbst 2023 vorgesehen. Die geplanten Kosten für den Thermenneubau belaufen sich auf insgesamt rund 37 Millionen Euro netto.

Architekt Andreas Schmitt, Generalplaner der Therme von BLFP, richtet den Blick nach vorne und freut sich auf die herausfordernde Baumaßnahme und ist sich sicher: „Die Therme wird das neue Wahrzeichen Bad Nauheims.“

„Mit dem Start der Bauarbeiten wollen wir auch den Namen der neuen Therme bekannt geben. Letzten Herbst hatten wir die Bürger:innen und Gäste der Therme im Rahmen eines Ideenwettbewerbs dazu aufgerufen, Namensvorschläge einzureichen. Die Beteiligung war groß - insgesamt gingen über 700 kreative Ideen auf unterschiedlichen Wegen ein. Darunter waren viele Namen, die auf die vielfältige Historie unserer Stadt Bezug nehmen sowie Kunst- und Fantasiekreationen“, fassen Betreiber Dr. Stefan Kannewischer und Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb, zusammen.

Eine Jury, bestehend aus Bürgermeister, Stadtverordnetenvorsteher, Ortsvorsteher sowie Vertretern von Wetterauer Zeitung, Heilbäderverband, städtischem Kur- und Servicebetrieb und Stadtmarketing, hatte sich anschließend eingehend beraten.

„Wir haben uns schließlich für ‚Sprudelhof Therme‘ entschieden. Ein Name, der direkt ins Ohr geht, im Kopf bleibt, die Verknüpfung zum Heilwasser herstellt und unser historisches Erbe aufgreift. Es gibt keinen Ort in Deutschland, der sich Sprudelhof nennt und somit auch keine Sprudelhof Therme. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal schlagen wir geschickt den Bogen zu unserer Historie“, ist sich der Rathauschef sicher.

Insgesamt 24 Teilnehmer:innen haben einen Vorschlag rund um den Begriff Sprudelhof eingereicht. Aus diesen wird in wenigen Wochen der Gewinner gezogen, der eine Jahreskarte für die neue Therme bekommt. Alle anderen 23 Teilnehmer:innen gehen ebenfalls nicht leer aus. Sie erhalten 100 Euro als Preis.

Wer sich für den Fortschritt der Thermenbauarbeiten interessiert, kann diese über eine Webcam verfolgen, die in Kürze installiert wird. Sie ist dann auf der Stadt-Website www.bad-nauheim.de über den Suchbegriff „Webcams“ zu finden.