Anfang Januar wurde eine komplette LKW-Ladung mit rund zehn Tonnen Biomüll aus Bad Nauheim von der Kompostierungsanlage zunächst zurückgewiesen. Der Grund: ein viel zu hoher Anteil an Fremdstoffen wie Plastiktüten, Verpackungen und anderem Restmüll. Normalerweise hätte dies bedeutet, dass die gesamte Ladung als teurer Restmüll entsorgt werden muss – mit erheblichen Zusatzkosten für den städtischen Haushalt.
Ungewöhnlicher Einsatz verhindert hohe Kosten
Um dieses kostspielige Szenario abzuwenden, griffen fünf Mitarbeitende des Kur- und Servicebetriebs zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: In mühevoller Handarbeit sortierten sie direkt vor Ort den Abfallberg, trennten Plastik und andere Störstoffe vom kompostierbaren Biomüll. Dank dieses schnellen und flexiblen Einsatzes konnte die Charge doch noch der Verwertung zugeführt und die hohen Mehrkosten vermieden werden.
Immer häufiger Fehlsortierungen
Steffen Schneider, Fachbereichsleiter des Kur- und Servicebetriebs, ordnet das Geschehen ein: „Wir beobachten solche Fehlsortierungen leider immer häufiger. Das ist ein Weckruf: Bleibt die Qualität der Mülltrennung so schlecht, kann das dazu führen, dass die Abfallgebühren erhöht werden müssen, um die höheren Entsorgungskosten zu decken.“
Stadt appelliert an Haushalte
Die Stadt Bad Nauheim appelliert daher eindringlich an alle Haushalte, auf eine saubere Trennung des Biomülls zu achten. „Jeder Einzelne hat es in der Hand, solche Vorfälle und die damit verbundenen Kosten zu verhindern“, betont Schneider. „Wer seinen Biomüll sauber trennt, leistet einen direkten Beitrag dazu, die Müllgebühren für die gesamte Gemeinschaft stabil zu halten und wertvolle Ressourcen zu schonen.“