Natürliche Quelle am Johannisberg wegen Trockenheit versiegt | © Magistrat
bürgernah

Natürliche Quelle am Johannisberg wegen Trockenheit versiegt

Herzbrunnen und Reinhardsbrunnen nicht bewässert
26. Juli 2022

Stadtverwaltung setzt Ressourcen sorgsam ein und erwartet Wiederbelebung der Quelle im Herbst

Die natürliche Quelle am Johannisberg, die den Herzbrunnen und den Reinhardsbrunnen in der Kernstadt mit Wasser versorgt, ist aufgrund der anhaltenden Trockenheit versiegt. Die einzige Möglichkeit, die Brunnen aktuell zu bewässern, wäre ihr Anschluss an das öffentliche Leitungsnetz. Die Bad Nauheimer Stadtverwaltung hat sich jedoch gegen diese Maßnahme entschieden. Steffen Schneider, Fachbereichsleiter des Kur- und Servicebetriebs, erklärt die Hintergründe: „Ein Anschluss der beiden Brunnen an das Leitungsnetz wäre nicht nur technisch sehr aufwändig, er würde zudem aufgrund der fehlenden Wasserkreisläufe dazu führen, dass große Mengen an Trinkwasser direkt in die Kanalisation flössen. Dies wollen wir aufgrund der angespannten Grundwasserverfügbarkeit unbedingt vermeiden.“

Beim Kur- und Servicebetrieb hofft man darauf, dass nach einer Leitungsspülung im Herbst das Wasser wieder über die natürliche Quelle fließen wird. Bei normaler Schüttung muss das Quellwasser allerdings zwingend in die Kanalisation abgeführt werden, da es sonst in die Fundamente und Keller der Häuser unterhalb des Johannisbergs einsickern könnte. Der energieintensive Betrieb von Wasserkreisläufen durch Pumpen stellt darüber hinaus angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten keine kostengünstige Alternative dar und würde sich negativ auf die Bad Nauheimer CO2-Bilanz auswirken. Es ist somit die ressourcenschonendste Vorgehensweise, die beiden Brunnen zeitweilig nicht zu betreiben.