Waldbaden im Stadtwald

Waldbaden im Stadtwald

Abschalten, Ruhe und Kraft tanken – Beim angeleiteten Waldbaden in Bad Nauheim kann man mit allen Sinnen in die Atmosphäre des Stadtwaldes eintauchen und wunderbar entspannen.


An der Weber-Hütte oben auf dem Johannisberg treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nach der Begrüßung von Kursleiterin Kornelia Stöhr gehen sie los – langsam.

— Langsam und achtsam

Beim Waldbaden, das seinen Ursprung in Japan („Shinrin Yoku“) hat, geht es nicht um das Spazierengehen oder körperliche Aktivität an sich, sondern darum, achtsam zu sein, Tempo aus seinem Alltag rauszunehmen und den Wald zu erleben – ohne viel zu reden und ohne viel zu denken. Das klingt eigentlich leicht. Tatsächlich ist es das aber nicht, denn wir sind es gewohnt, irgendwie immer zu denken, zu reden, etwas zu tun. Abschalten kann nicht jeder auf Anhieb, aber jeder kann es lernen.

— Regionales „Superfood“ entdecken

Ab und an bleibt die Gruppe stehen, und Kornelia Stöhr erzählt über die Pflanzen im Wald und deren Wirkung. So zum Beispiel über die Knoblauchrauke (die Samen können als Würzkraut ähnlich wie Pfeffer verwendet werden) oder das „regionale Superfood“ Brennnesselsamen, die u. a. bei Müdigkeit, Erschöpfung oder Harnwegserkrankungen eingesetzt werden können.

Achtsam geht es weiter. Man beobachtet, hebt etwas auf, was am Wegesrand liegt – ein Blatt, ein Holzstück oder auch eine Kastanie – fühlt und riecht den Gegenstand. Die Teilnehmer erzählen, warum sie diesen Gegenstand ausgewählt haben und was sie mit dem Wald verbindet. Als Symbol für die eigenen Gedanken und Sorgen werden die Dinge dann abgelegt und der Kopf ist frei, um den Wald weiter zu erkunden.

Beim Bad im Wald erfährt die Gruppe Entschleunigung und Ruhe.

— Die positive Wirkung des Waldes

Menschen, die Bäume umarmen – dieses Bild haben die meisten vor Augen, wenn sie an Waldbaden denken. Auch wenn es etwas seltsam aussieht, es macht durchaus Sinn, erklärt Kornelia Stöhr der Gruppe: Bäume geben nämlich gesunde Duftstoffe ab, die wir bei einer Umarmung besser aufnehmen können. Diese Aromen und die Atmosphäre des Waldes tun uns gut und haben nachweislich positive Auswirkungen auf Blutdruck, Stresshormone, Schlafqualität und Atemwegsprobleme.

Bei der Skiwiese und Thaler-Hütte werden Stopps eingelegt mit Qi-Gong-Übungen, einer Tannenzapfen-Massage und Akupressur. Nach den Entspannungsübungen gibt es zum Abschluss noch einen kreativen Teil: Mit dem, was auf dem Boden liegt, gestalten die Teilnehmer „vergängliche Naturbilder“ und können so noch eine schöne Erinnerung mit nach Hause nehmen.

– Zertifizierte Kursleiterin & Naturmensch

Kornelia Stöhr war schon immer naturverbunden und viel draußen unterwegs, jedoch auch sehr gestresst von ihrem Marketing-Job in einem international agierenden Unternehmen. Im Arbeitsleben ging es immer mehr darum, „höher, schneller, weiter“ zu kommen.

Ein Husten, der mit konventionellen Mitteln nicht weggehen wollte, brachte sie vor ein paar Jahren zum Nachdenken, was sie wirklich wollte und dann zum Handeln. Sie verbrachte noch mehr Zeit in der Natur, absolvierte eine Ausbildung zur Entspannungspädagogin und zertifizierten Kursleiterin „Waldbaden – Achtsamkeit im Wald“. Seitdem bietet sie Coachings und Kurse in verschiedenen Wäldern der Umgebung an.

Mehr Infos

Die ca. 3-stündigen Waldbaden-Kurse im Stadtwald bietet Kornelia Stöhr in Zusammenarbeit mit dem Kneipp-Verein an. Termine, Preise und Infos zur Anmeldung gibt es unter www.kneipp-bn.de.

Autor / Autorin
Katharina Wagner
Katharina Wagner
Die Bad Nauheimerin lernt durch das Schreiben für den Blog ihre Heimatstadt noch einmal neu kennen: „Ich treffe interessante Menschen, die Interessantes machen oder zu erzählen haben, und ich bekomme spannende Einblicke in Unternehmen und Einrichtungen, die ich vorher so nicht hatte. Das macht Spaß.“ Katharina Wagner ist freiberufliche Redakteurin (Online, Print, Social Media und TV), seit ihrer Kindheit großer Elvis-Fan und sie lebt mit ihrem Lebensgefährten und den zwei gemeinsamen Kindern in Nieder-Mörlen.