Restaurant im Imbiss-Format

Kurz nach 18:30 Uhr kommen immer mehr Menschen – vor allem Stammgäste – zur Tür hinein. Man kennt sich, es wird miteinander gelacht und geschwätzt, während Koch Maximilian Meiß direkt hinter der Theke in der Küche die Burger zubereitet. Rechtzeitig bevor es losgeht, hat der gelernte Koch alles vorbereitet, Salat und Gemüse geschnippelt, die Soßen angerührt und die Burger-Patties geformt. Sein Geschäftspartner Dominik Glüder nimmt derweil am Telefon weitere Bestellungen entgegen.

Lokalpatrioten mit Geschmack

Sie sind in der Wetterau zuhause und möchten mit ihrem Imbiss „s´krüstsche“ die regionale Wirtschaft stärken. Deshalb beziehen sie ihre Zutaten aus der Umgebung. Das Fleisch liefert ein Metzger aus Bruchenbrücken, die Backwaren stammen aus einer Traditionsbäckerei aus Friedberg und die Getränke kommen ebenfalls aus der Region. Anfangs hätten die Gäste teilweise nicht verstanden, warum sie 1,50 Euro mehr bezahlen müssen, als in einem herkömmlichen Imbiss – aber die Zutaten haben ihre Qualität und dementsprechend auch ihren Preis im Einkauf. Mittlerweile weiß das auch die Kundschaft, die auf der Facebook-Seite des Imbisses sehr oft die Qualität lobt. Sie haben nicht viele Quadratmeter in dem Haus in der Bad Nauheimer Altstadt, Sitzplätze gibt es wenige und nur in Form von Barhockern, aber dennoch: Hier gibt es kein typisches Schnellimbiss-Essen, vielmehr ist „s´krüstsche“ ein „Restaurant im Imbiss-Format“.

(Hessische) Klassiker neu interpretiert

Als Krüstchen, auf Hessisch auch „Krüstsche“, wird eine Brotkante bezeichnet. Außerdem nennt man so ein Gericht, das aus einem mit Spiegelei überbackenen Schnitzel besteht, die auf einer Scheibe Roggenbrot liegt. Der Name – ein Freund hat ihn sich ausgedacht – passt zum Imbiss, denn auf der wöchentlich wechselnden Speisekarte gibt es mittags auch schon mal „Frankfurter Krüstsche mit Röstkartoffeln“, aber genauso Gnocchi mit Gorgonzola. Currywurst und Pommes gibt es immer, zur selbst eingekochten Soße kann noch ein Topping gewählt werden, etwa Sauerkraut, Erdnuss-Crunch und – auch hier gibt es einen hessischen Einschlag: Handkäs. Koch Maximilian Meiß hat durch seine Erfahrungen ein vielfältiges Portfolio im Kopf. Tagsüber ist es ein „Laden, in dem man einen guten Mittagstisch essen kann“. Freitags und samstags gibt es mit „Gourmistik“ kulinarische Schwerpunkt-Abende, unter anderem Steak ´n´ Fries oder Burger. Die an diesem Abend angebotenen Burger: „BBQ Style“ mit Bacon, Käse und BBQ-Soße, „Spicy“ mit Jalapeños, selbst gemachter Mayo, Chili und Avocado und „Jahreszeitler“ mit Bärlauch, Oliven und Feta. 0815 ist anders.

Neuanfang an bekanntem Standort

„s´krüstsche“ ist für den 33-jährigen Ökonomen Dominik Glüder – der übrigens schon in Frankfurt, Köln, Göteburg und Paris studiert und gearbeitet hat – bereits der zweite gastronomische Anlauf in der Burgstraße 5. Vor drei Jahren hatte er hier das „Mølnbæk“, einen Burger-Imbiss. Es lief gut, jedoch erlitt sein damaliger Geschäftspartner, der auch kochte, einen Herzinfarkt und stieg aus. Ein neues Konzept musste her. Da traf Dominik Glüder Maximilian Meiß. Der heute 29-Jährige hatte in namhaften Restaurants und Hotels im Umkreis gearbeitet und brachte die nötige Erfahrung mit. Beide kannten sich seit der Jugend aus Bruchenbrücken. Sie tranken viele, viele Cappuccino miteinander und beschlossen schließlich, gemeinsame Sache zu machen. 2017 war das – und bis heute sind sie ein gutes Team.

Bad Nauheim Blog: StadtGeschmäcker
Autorin: Katharina Wagner


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