#Eishockeyliebe

Rund vier Stunden vor Spielbeginn ist Matthias Humboldt bereits im Colonel-Knight-Stadion. Er baut das Equipment auf, das für die Live-Übertragung benötigt wird: Kamera, Mischpult, Monitor. Dann schließt er die Kabel an und es wird alles getestet.

Drehen und Schneiden in Eigenregie beigebracht

Während des Spiels steht meistens Matthias Humboldt an der Kamera. Da ist Konzentration gefragt, denn die Zuschauer an den Bildschirmen zuhause möchten natürlich keine Spielszene verpassen. So ein Eishockeyspiel ist schnell und das Drehen also keine leichte Angelegenheit. Auch nach dem Spiel ist es mit der Arbeit noch nicht getan: Es folgen die Übertragung der Pressekonferenz, das Kopieren des Spiels für Trainer und Schiedsrichter, und abgebaut werden muss die Technik dann auch wieder. Nicht selten haben Matthias Humboldt und seine Kollegen deshalb erst 90 Minuten nach Spielende Feierabend. Drehen und Schneiden hat er sich selbst beigebracht, indem er Trainings- oder Nachwuchsspiele gefilmt, sich ein Schnittprogramm besorgt und „einfach losgelegt“ hat.

„Für mich ist Eishockey der geilste Sport der Welt. Es geht hart zur Sache, ist wahnsinnig schnell und es macht einfach Spaß, zuzuschauen.“ – Matthias Humboldt

Mit Liveticker-Schreiben fing er an

Es gibt drei Orte, an denen sich Matthias Humboldt zuhause fühlt: In seinen eigenen vier Wänden, im „Café Müller“ am Aliceplatz, das seit 118 Jahren im Besitz seiner Familie ist und das er zusammen mit seiner Schwester führt – und im Colonel-Knight-Stadion im Kurpark. Für den EC Bad Nauheim sind ehrenamtliche Helfer wie Matthias Humboldt ein Glücksgriff und ihm macht es „riesigen Spaß, mit den Spielern, der Geschäftsstelle oder dem Medienteam zusammenzuarbeiten.“ 2006 hat sein ehrenamtliches Engagement für den EC Bad Nauheim angefangen. Damals saß er mit Laptop im Stadion und hat den Liveticker geschrieben, um die daheimgebliebenen Fans auf dem Laufenden zu halten. Zusätzlich arbeitete er an der Stadionzeitung mit. Auch damals wurden schon Spiele gefilmt, jedoch nur für die anschließende Analyse des Trainers. Als ein Kameramann krank wurde, sprang Matthias Humboldt ein. Die Leidenschaft für das Filmen war geweckt.

„Träumen darf man ja“

Selbst hat Matthias Humboldt Eishockey nie als Sport betrieben, nur gelegentlich mal mit Freunden auf der zugefrorenen Seewiese in Friedberg gespielt oder Inline-Hockey auf dem Schulhof der Stadtschule an der Wilhelmskirche. Schon seine Eltern sind früher zum Eishockey in Bad Nauheim gegangen, auch seine ältere Schwester ist seit ihrer Jugend Fan. Da war es fast klar, dass auch er irgendwann den Weg in die Fankurve finden würde. 1992 war es soweit, und heute teilen auch seine zwei Töchter (10 und 15 Jahre alt) seine Liebe zum Eishockey, gehen zu den Spielen und helfen ihrem Vater sogar manchmal bei seiner Arbeit im Stadion. Sein schönstes Erlebnis als Fan war das Finale gegen die Kassel Huskies und der Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2). Natürlich träumt er als Fan auch davon, dass Bad Nauheim eines Tages mal in der DEL spielt, aber er weiß: „Die Kosten sind immens, es sind viele Kriterien zu erfüllen - aber träumen darf man ja“.

Bad Nauheim Blog: StadtGesichter
Autorin: Katharina Wagner


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