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Sehenswertes
Der Johannisberg
Den Bad Nauheimer Hausberg (268 m über dem Meeresspiegel) erreicht man über bequeme Fußwege - oder auch mit dem Auto. Oben angekommen, eröffnet sich ein einmaliger Blick über Bad Nauheim, weit hinaus in die Wetterau bis hin zum Vogelsberg.

Ein im 19. Jh. Auf dem Fundament der mitteralterlichen Bergkirche erbauter Aussichtsturm (heute Sternwarte)Durch seine herausragende Lage war der Johannisberg bereits lange vor dem Christentum Kultstätte heidnischen, keltischen und germanischen Brauchtums. Funde belegen eine Besiedlung bereits in der Stein- und Bronzezeit.
Bereits 779 soll hier eine Missionskirche errichtet worden sein. Die Johanniskirche wird als Tauf- und Mutterkirche zur Urpfarrei der ganzen nördlichen Wetterau. Während der Reformationszeit wird die Kirche allerdings aufgegeben und verfällt schnell.


Nur der Kirchturm bleibt in seinen Grundmauern erhalten und wird 1866 zum Aussichtsturm umgebaut. Seit 1965 beherbergt der Turm die Volkssternwarte. Nur wenige Schritte vom ehemaligen Kirchturm entfernt steht man vor den Überbleibseln eines römischen Signalturms aus dem 2. Jahrhundert.


Bis 1997 war der einmalige Panoramablick auf Bad Nauheim beinahe zugewuchert. Die Stadt Bad Nauheim befreite den zur Stadt gelegenen Hang vom Wildwuchs, so dass die historische Sichtachse von der Parkstraße zum Johannisberg wieder frei ist. Heute erschließt sich dem Betrachter ein historisches Bild. Dem Einsatz des Freundeskreises Weinanbau Johannisberg ist es zu verdanken, dass nach 100 Jahren wieder Weinstöcke am Johannisberg wachsen. Ende des 19. Jahrhunderts ist der "Johannisberger", der Wein des Bad Nauheimer Wingerts, als guter Tropfen bekannt. Im Volksmund nennt man den sonnigen Hang auch das "Nizza". Schon vor mehr als 600 Jahren soll hier Wein angebaut worden sein, um 1900 verschwinden die Weinreben, da die Stadt als Besitzer das Interesse am arbeitsaufwändigen Weinbau verliert.


Von der Stadt aus weithin sichtbar ist das rote Dach des Café Restaurant Johannisberg. Die traditionsreiche Gaststätte wurde bereits von Kaiserin Sissi geschätzt, die während ihres Kuraufenthaltes hier täglich zu Mittag aß.