Nachrichten aus Bad Nauheim

Erhalten des historischen Erbes als tägliche Aufgabe

Bad Nauheimer Gradierbauten werden jährlich mit fünfstelliger Investitionssumme instand gehalten - Sanierungsarbeiten am Windmühlenturm starten

Was einst der Salzgewinnung diente, ist heute Wahrzeichen der Gesundheitsstadt und unverzichtbarer Bestandteil der Kureinrichtungen: Die fünf Gradierbauten sind Teil des historischen Vermächtnisses von Bad Nauheim. Inhalatorium, Gesundheitsgarten und Südpark wären ohne sie undenkbar.

„Wir sind uns ihrer geschichtlichen und aktuellen Bedeutung sehr bewusst. Daher stufen wir die langfristige Erhaltung der Gradierbauten für die Attraktivität Bad Nauheims als Heilbad und Tourismusort als äußerst wichtig ein. Der städtische Kur- und Servicebetrieb agiert daher seit Jahren nach einem Erhaltungsplan, der regelmäßig aktualisiert wird. Dieser ist aufgegliedert nach kleineren bis mittleren Instandhaltungsmaßnahmen und großen grundhaften Sanierungen. Die aktuell notwendigen Finanzmittel dafür sind im Doppelhaushalt 2017/2018 veranschlagt und die in den weiteren Jahren geplanten Maßnahmen fließen in die mittelfristige Finanzplanung der Folgejahre ein“, erklärt Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel.

Zurzeit laufen die Sanierungsarbeiten am Windmühlenturm zwischen Gradierbau IV und V („Lange Wand“). Diese Maßnahme, für die 160.000 Euro im städtischen Haushalt veranschlagt sind, ist Voraussetzung, damit der Verein Wind- und Wasserkunst Bad Nauheim die geplante Rekonstruktion der 1824 zerstörten Windmühle umsetzen kann. „Im Vorfeld erfolgen durch die Stadt gerade die Trockenlegung des Turmfundamentes, notwendige Ausbesserungen des Mauerwerkes und die Erneuerung der Außenfassade mit einem Mineralputz nach historischer Vorgabe“, so Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb Steffen Schneider.

Im Juni starten parallel Arbeiten am Kopf des Gradierbaus III (Südpark). Für 180.000 Euro wird der Wartungssteg saniert. Ebenfalls in diesem Jahr wurden bereits am Gradierbau II (Gesundheitsgarten) der Kragbalken, ein Trägerbalken, erneuert und die Leitern-Podeste saniert.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden einige Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen. So bekam der Gradierbau I an der Stadtbücherei ein neues Besucherdeck und dessen Bedornung wurde ausgebessert - ebenso am Gradierbau IV („Lange Wand“). Am Gradierbau III wurden 32 Windstreben erneuert. Neue Pumpen, um die Sole in die Höhe zu befördern, damit sie vom Schwarzdorn rieseln kann, wurden für die Gradierbauten III, IV und V angeschafft. Investiert wurden dafür insgesamt rund 100.000 Euro.

Alle Gradierbauten wurden zwischen 2000 und 2010 grundsaniert. Neben den größeren Grundsanierungen werden regelmäßig umfangreiche Instandhaltungen durchgeführt. Die Planung sieht bis 2022 unter anderem folgende Maßnahmen vor: Am Gradierbau I wird neben dem Austausch von Windstreben auch die Absturzsicherung auf der Oberseite des Holzbauwerkes erhalten. Im Inhalatorium werden Sitzplätze erneuert und erweitert, unverzichtbare Anlagen wie Luftverdichter oder Kältetrockner ausgewechselt und zwei Strandkörbe ersetzt.

Auch am Gradierbau II werden im Laufe der nächsten Jahre sechs Strandkörbe ausgetauscht und die Absturzsicherung auf der Oberseite teilweise ersetzt. Das Besucherdeck auf dem Gradierbau III und weitere Windstreben erfahren ab 2018 eine Erneuerung. Am Gradierbau IV werden die Wasserführung und die Absturzsicherung auf der Oberseite sowie die Versorgungsschächte erneuert. Pumpen werden in allen Gradierbauten regelmäßig ausgetauscht. Für diese Maßnahmen sind jährlich durchschnittlich rund 45.000 Euro eingeplant.

„Die größeren Sanierungsmaßnahmen müssen natürlich an entsprechende Fachfirmen vergeben werden. Viele Instandsetzungen können aber auch durch unsere eigenen, speziell qualifizierten Mitarbeiter vorgenommen werden. Diese sind täglich vor Ort und kümmern sich mit großem Engagement um den einwandfreien Betrieb der für die Gesundheitsstadt so bedeutenden Salinenbauwerke“, betont Steffen Schneider.