Nachrichten aus Bad Nauheim

Ehemaliges Vergölst-Gelände: 55 neue Wohnungen entstehen

Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler übergibt Baugenehmigung für Großprojekt der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft - Baubeginn ab Herbst 2017

55 neue Wohnungen werden ab Herbst auf dem ehemaligen Gelände der Firma Vergölst in der Dieselstraße 13-15 entstehen. Das sieht die Planung der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft, die Eigentümerin des Grundstücks ist, für die Entwicklung des rund 6300 Quadratmeter großen Geländes vor. Am Donnerstag wurde der Startschuss für die Umsetzung gegeben: Erster Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises Jan Weckler übergab die Baugenehmigung vor Ort an Bürgermeister Armin Häuser und den Geschäftsführer der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft Reimund Bell.

Das Grundstück des Unternehmens für Reifen und Autoservice wurde 2002 von der Wohnungsbaugesellschaft im Zuge der Baulandentwicklung des Goldsteingebiets angekauft, zunächst aber weiter an die Firma Vergölst vermietet, die dort ihre Lagerhalle und einen Autoservicemarkt betrieb. Vergölst zog Anfang 2016 in einen Neubau in das „Gewerbeband Frankfurter Landstraße“.

„Nach der großen Nachfrage und der positiven Entwicklung der Neubaugebiete „Am Goldstein“ verfolgte die Stadt das Ziel, die Dieselstraße dem angrenzenden Wohngebiet kontinuierlich anzupassen, also die Konflikte zwischen Gewerbe und Wohnen zu lösen, in dem die Voraussetzungen für eine solide Wohnbebauung geschaffen wurden“, erklärt Bürgermeister Armin Häuser.

Im Dezember 2012 wurde von der Stadtverordnetenversammlung zunächst der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Dieselstraße“ gefasst, der Voraussetzung für dieses übergeordnete Ziel ist.

Es folgten Verhandlungen und Absprachen mit vielen Grundstückseigentümern der Dieselstraße, die am Verfahren beteiligt wurden. 2015 erlangte der B-Plan endgültig Rechtskraft. Im Anschluss wurde durch den Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft der Beschluss zum Bau von Mietwohnungen für die Dieselstraße 13-15 gefasst.

„Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung durch Architekten, Fachingenieure und Planer bestimmten das Jahr 2016, bis wir den Bauantrag Ende des vergangenen Jahres stellen konnten. Nachdem die Genehmigung nun vorliegt, ist im nächsten Schritt, ab Herbst 2017, der Abbruch des bestehenden Gebäudes geplant. Hier waren die Lagerhalle und der Servicemarkt des Unternehmens untergebracht. Im Anschluss folgen die Erschließung des Grundstücks und der Bau der Wohneinheiten“, erklärt der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Reimund Bell.

Geplant sind sieben Mehrfamilienhäuser als Flachbauten mit zwei und drei Geschossen plus Staffelgeschoss. Die 55 Wohnungen weisen insgesamt eine Fläche von rund 4800 Quadratmetern auf und teilen sich voraussichtlich in zehn 2-Zimmerwohnungen, 36 3-Zimmerwohnungen und neun 4-Zimmerwohnungen auf. In das Grundstück integriert werden zwei separate Tiefgaragen für insgesamt 66 Stellplätze.

Sämtliche Gebäude erhalten eine mittlere Ausstattung, werden barrierefrei errichtet und mit Personenaufzügen ausgestattet, die bis in die Tiefgarage reichen. Mit den Stadtwerken wird eine Kooperation für die Energie- und Wärmeversorung mittels Blockheizkraftwerk und Gasbrennwerttherme angestrebt. Ebenso ein „Photovoltaik-Contracting“, durch das die Mieter Solarstrom aus Photovoltaikanlagen nutzen können.

„Mit den 55 Wohneinheiten im mittleren Preissegment wollen wir der aktuellen starken Nachfrage nach Wohnungen in der Gesundheitsstadt entsprechen und ein bezahlbares Angebot für eine möglichst breite Schicht unserer Bevölkerung schaffen: für Familien, Alleinstehende oder Senioren.

Dabei ist die Lage des Grundstücks durch die Anbindung an die B3 sowie den nahe gelegenen Bahnhof nicht nur für Einheimische, sondern auch für Pendler ideal. Fußläufig sind zudem alle zentralen Stellen im Stadtgebiet zu erreichen. Hier entstehen attraktive Wohnungen zu einem erschwinglichen Preis“, resümiert Rathauschef Häuser.

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Jan Weckler freut sich über den neuen Wohnraum. „Auf Grund der Siedlungsdichte im westlichen Wetteraukreis wird dringend Wohnraum benötigt. Hier geht es explizit auch um ein Angebot an Mietwohnungen. Aktuell sorgt gerade öffentlicher Wohnungsbau, auch durch die Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft, dafür, dass eine Verbesserung der Wohnsituation in der Region ermöglicht wird“, so Weckler am Rande der Übergabe.

„Bei dem Vorhaben handelt es sich um das nächste Großprojekt der WoBau. Für die Gesellschaft ist es in der Sparte „Wohnbebauung“ sogar das umfangreichste Projekt der letzten Jahre: Wir investieren hier insgesamt 14 Millionen Euro“, betont Bell.