Rödgen

Der im Osten von Bad Nauheim gelegene Ortsteil Rödgen wird um 1250 erstmals urkundlich erwähnt.

Doch weisen Spuren aus der Vergangenheit auf ein Römerlager, auf das man 1960 beim Bau einer Schule stößt. Münzfunde verweisen auf eine Zeit um ca. 10 v. Chr. Archäologische Grabungen zwischen 1961 und 1966 zeigen, dass das Lager als Nachschubstation und Versorgungslager diente und eine Größe von rund 3,3 ha hatte. Entstanden ist das Dorf Rödgen zu einem viel späteren Zeitpunkt.

Nach heutiger Kenntnis ist um 1200 n. Chr. zwischen Holzberg und Wetter an der derzeitigen Weggabelung Rödger Hauptstraße, Rathausstraße, Brunnenweg eine kleine Siedlung entstanden. Ihr Name tauchte erstmals in einer Urkunde von 1250/1260 auf: „Rode iuxta Swalheim“ (Rödgen nahe Schwalheim). Rödgen bedeutet wohl „kleine Rodungsiedlung“, die anscheinend von Schwalheim ausging.

In der Geschichte des Ortes spiegeln sich Auswanderung, Versuche der Modernisierung und Industrialisierung wider, doch meist in der Form verpasster Gelegenheiten: Der für Rödgen geplante Bahnhof an der Wettertalbahn wurde nicht realisiert (1909), und die moderne „Badeanstalt“ in der Wetter existierte nur von 1905 bis 1909. Kurzlebig waren die Versuche einer Gewerbeansiedlung in den beiden Mühlen: In die Rödger Mühle zog nach 1900 eine Fabrik ein, die chemische Produkte herstellte, während in der Holzmühle eine „Dampf-Wäscherei“ eingerichtet wurde, der eine Mosterei und später ein Metall verarbeitender Betrieb folgten.

Nach dem freiwilligen Zusammenschluss mit Wisselsheim im Jahre 1971 zur neuen Gemeinde Wettertal wurde Rödgen durch die Gebietsreform 1972 ein Stadtteil von Bad Nauheim.