Nachhaltigkeit in Bad Nauheim

Was heißt das?

Hinter dem Begriff Nachhaltigkeit steht:
Die Vision einer Entwicklung unter der gleichberechtigten Berücksichtigung von wirtschaftlichen, sozialen/gesellschaftlichen und ökologischen Aspekten - dabei soll diese Wirtschaftsweise die heutigen Bedürfnisse befriedigen, ohne die Sicherung der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen und die berechtigten Forderungen ärmerer Länder nach Wohlstand außer Acht zu lassen.

Ursprünglich wurde der Begriff Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft verwendet, hat aber seit der „Rio-Konferenz“ einen Bedeutungswandel erfahren (engl.: sustainability).

Rio-Konferenz (Erdgipfel)

Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (United Nations Conference on Environment and Development – UNCED) fand im Jahr 1992 in Rio de Janeiro statt. 17.000 TeilnehmerInnen, darunter Regierungsvertreter von 178 Staaten, kamen zusammen, um Lösungen für globale Probleme wie Hunger, Armut, Krieg sowie die wachsende soziale Kluft zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern zu finden.

Auf der Rio-Konferenz ist deutlich geworden, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch ein weltweites Aktionsprogramm erreicht werden kann. Mit der in Rio verabschiedeten Agenda 21 werden detaillierte Handlungsaufträge gegeben, um einer weiteren Verschlechterung der Situation des Menschen und der Umwelt entgegenzuwirken und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.

Im Mittelpunkt stand die Frage nach einer Entlastung der globalen Ökosysteme durch Einführung des Paradigmas der nachhaltigen Entwicklung. Dieses neue Leitbild beruht auf der Erkenntnis, dass Umweltprobleme und soziale Fragen nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Zwanzig Jahre nach der Weltumweltkonferenz in Stockholm betonten die Entwicklungsländer in Rio ihr Recht auf wirtschaftliche Entwicklung, mit welcher zunächst auch steigende Umweltbelastungen einhergehen würden. Die Industrieländer, Hauptverursacher der globalen ökologischen Probleme, verpflichteten sich, für die Realisierung der in Rio vereinbarten Umweltziele besondere Verantwortung zu übernehmen.

Nach der Agenda 21 sind es in erster Linie die Regierungen der einzelnen Staaten, die auf nationaler Ebene die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung planen müssen in Form von Strategien, nationalen Umweltplänen und nationalen Umweltaktionsplänen. Dabei sind auch regierungsunabhängige Organisationen und andere Institutionen zu beteiligen. Wichtig für den Erfolg der Maßnahmen und Projekte ist eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit bzw. der Bevölkerung, da nachhaltige Entwicklung auch in den Köpfen der Beteiligten Einzug finden muss. Eine besondere Rolle und Verantwortung kommt hier auch den Kommunalverwaltungen zu, die für ihren Bereich die Umsetzung über die „Lokale Agenda 21“ im Konsens mit ihren Bürgern herstellen soll.